Tallon Griekspoor eröffnet seine US Open in der Night Session des Arthur Ashe Stadiums gegen Ben Shelton. Der Niederländer trifft erstmals auf den amerikanischen Lokalmatadoren, bringt aber Ergebnisse mit, die seine Außenseiterchance glaubwürdig machen: Im vergangenen Jahr besiegte er Jannik Sinner in Shanghai, vor wenigen Wochen Alexander Zverev in Montreal.
Die große Bühne passt zu Griekspoors Profil
Griekspoor hat wiederholt gezeigt, dass ihn bekannte Namen nicht einschüchtern. Gegen Shelton kommt eine besondere Atmosphäre hinzu. Der Amerikaner tritt vor heimischem Publikum an und verteidigte in Kanada seinen Masters-1000-Titel aus dem Vorjahr. Griekspoor muss daher nicht nur dessen Spiel, sondern auch die Energie einer New Yorker Abendsession kontrollieren.
Anastasia Potapova traut ihrem Freund den Sieg zu. Ob sie in seiner Box sitzen wird, ließ sie offen. Diese Frage hat eine Vorgeschichte: In Madrid coachte Griekspoor Potapova während ihres Matches mit klaren Anweisungen. Nicht jede kam bei der inzwischen für Österreich spielenden Potapova gut an. Ihre hörbare Antwort lautete: „Nein, tust du nicht!“
Danach vereinbarten beide zunächst eine Pause von gegenseitigen Matchbesuchen. Dieses Moratorium scheint beendet, doch Potapova spielt selbst am Dienstag. Eine lange Montagnacht in Griekspoors Box könnte deshalb ihre eigene Vorbereitung beeinflussen. Die Besetzung der Box bleibt ein Nebenaspekt, zeigt aber, wie beide ihre sportlichen Verpflichtungen und persönliche Unterstützung abwägen.
Das erste direkte Duell bleibt schwer lesbar
Griekspoor und Shelton haben noch nie gegeneinander gespielt. Es fehlen daher unmittelbare Vergleichswerte, wie ihre Aufschläge, Returns und bevorzugten Muster aufeinander reagieren. Die jüngsten Resultate liefern nur Hinweise. Griekspoors Siege gegen Sinner und Zverev zeigen seine Fähigkeit zum Überraschungserfolg, garantieren aber keine passende Lösung gegen Shelton.
Der Amerikaner wiederum wirkte bei frühen Grand-Slam-Runden nicht immer unangreifbar. In Wimbledon verlor er zuletzt bereits zum Auftakt gegen Otto Virtanen. New York bietet ihm nun die gegenteilige Konstellation: vertraute Umgebung, heimisches Publikum und eine Night Session, in der er die Atmosphäre für sich nutzen kann.
Für Griekspoor liegt der taktische Wert seiner Außenseiterrolle in der Freiheit, früh Druck aufzubauen. Dafür muss er vor allem Sheltons erste Angriffswelle früh bremsen. Shelton trägt die Erwartungen, besonders nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung in Kanada. Je länger das Match offen bleibt, desto stärker könnte sich diese Verteilung bemerkbar machen.
Potapovas Zuversicht beruht nicht auf einem direkten Vergleich, sondern auf Griekspoors belegter Fähigkeit, große Gegner zu schlagen. Das macht einen Sieg möglich, nicht wahrscheinlich. Die erste Begegnung wird zeigen, ob der Niederländer auch Sheltons Kraft und Heimvorteil in eine enge Partie verwandeln kann.
