Eva Lys gibt zu, dass die gestiegenen Erwartungen zusätzlichen Druck ausgelöst haben. Dieser habe ihr „troubles“ bereitet und letztlich dazu geführt, dass sie „completely losing the joy“ am Tennis verspürte.
Zur Erinnerung: Lys schaffte es bei den Australian Open 2025 kurzfristig als Lucky Loser ins Hauptfeld. Was danach geschah, ist bestens dokumentiert: Die deutsche Tennisspielerin zog bis ins Achtelfinale ein, ehe sie dort an Iga Swiatek scheiterte.
Vor ihrem Traumauftritt bei den Australian Open 2025 hatte Lys erst einen Sieg im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers gefeiert und war noch nie in den Top 100 der Weltrangliste geführt worden. Nach ihrem Achtelfinaleinzug in Melbourne wurde die 24-Jährige jedoch zur ersten Lucky Loser seit 1988, die bei diesem Turnier diese Runde erreichte. Zudem gelang ihr erstmals der Sprung in die Top 100.
Nach ihrer starken Saison 2025 und dem Aufstieg auf Platz 39 – die bislang beste Weltranglistenposition ihrer Karriere – am 5. Januar ist Lys’ Entwicklung allerdings abrupt ins Stocken geraten. Die Deutsche kämpft in diesem Jahr mit großen Problemen, weist eine Bilanz von 7:15 auf und ist inzwischen auf Rang 98 der Welt zurückgefallen.
Lys: I've had troubles in some matches because I've faced a lot of internal and outside pressure
Obwohl die Saison 2026 für Lys bislang schwierig verläuft, erwischte sie bei den US Open einen überzeugenden Start. Gegen Gabriela Knutson setzte sie sich mit 6:3, 6:3 durch.
Im Anschluss sprach die 24-Jährige sehr offen darüber, wie sehr der Druck sie im bisherigen Jahresverlauf belastet habe. Sie erklärte, dass sie dadurch die Freude am Tennissport verloren und sich schließlich an eine Psychologin gewandt habe.
"I've been definitely having troubles in some matches because I've had a lot of pressure coming from myself, a lot of pressure from the outside. People were expecting me to play the tennis I played last year, not knowing how I felt, not knowing what happened in the past months to me," sagte Lys auf der Pressekonferenz nach ihrem Match.
"I've been working a lot with my psychologist the past weeks, because it's been getting to a point where I completely lost the joy of being on court."
Lys gibt Nervosität gegen Knutson zu und will sich selbst „some grace“ zugestehen
Gegen Knutson lag die deutsche Tennisspielerin in beiden Sätzen mit einem Break zurück. Dennoch gelang ihr letztlich der Sieg in zwei Sätzen.
Lys räumte ein, dass sie gegen Knutson zeitweise sehr nervös gewesen sei. Gleichzeitig habe sie sich bewusst bemüht, sich selbst mit positiver Unterstützung zu begegnen.
"Today was just very special because it was one of these matches where it doesn't matter the score. I mean, I was hella nervous in the first set, really nervous in the second set. But the key to me was just still giving a lot of love to myself and giving myself some grace," ergänzte die ehemalige Nummer 39 der Welt.
In der zweiten Runde der US Open trifft Lys auf Mirra Andreeva. Dabei peilt sie ihren ersten Sieg in zwei aufeinanderfolgenden Matches im Jahr 2026 an.
