Die Tennisfans hatten die Rückkehr von Serena und Venus Williams auf den Court mit Spannung erwartet. Ihr gemeinsamer Doppelauftritt bei den jüngsten US Open sorgte für besondere Aufmerksamkeit.
Die enorme Unterstützung von den Rängen reichte jedoch nicht zum Sieg. Ihre Präsenz bei prestigeträchtigen Turnieren ist für Tennisfans dennoch ein Ereignis.
Das Ergebnis entsprach nicht den Vorstellungen der US-Amerikanerinnen: Serena und Venus Williams unterlagen Maya Joint und Hao-Ching Chan nach mehr als drei Stunden mit 6:3, 6:7(6), 7:6(7). Damit war ihre Doppel-Kampagne bereits in der ersten Runde beendet. Bis zu den letzten Punkten kämpften die Schwestern um den Sieg und führten im entscheidenden Tiebreak sogar mit 5:0. Doch ihre Gegnerinnen drehten die Partie noch.
Die Begegnung löste zahlreiche Reaktionen aus. Viele Fans freuten sich schlicht darüber, die Williams-Schwestern wieder gemeinsam auf dem Platz zu sehen.
Rusedski rät Serena und Venus zu Schaukampf-Auftritten
Greg Rusedski betrachtete die Situation aus einem anderen Blickwinkel. Der ehemalige britische Weltranglistenerste glaubt, dass es für Serena und Venus inzwischen einen besseren Weg geben könnte, dem Tennis verbunden zu bleiben, ohne regelmäßig auf der WTA-Tour anzutreten.
In seinem Podcast „Off Court with Greg“ hob Rusedski zunächst hervor, was die beiden Schwestern für den Tennissport geleistet haben und wie viel Aufmerksamkeit sie dem Sport noch immer verschaffen.
“Part of me is thinking, OK, you know, Serena and Venus, your story is amazing. What you guys have done to get to world number one. The eyeballs you bring to our sport.
But losing the first round all the time. It’s kind of like watching Muhammad Ali, the greatest boxer, in my opinion, just going on a little bit too long.”
Anschließend verwies Rusedski auf Roger Federer als Beispiel dafür, wie eine Tennislegende auch nach dem Ende der regulären Karriere im Sport aktiv bleiben kann. Federer nahm seit seinem Rücktritt mehrfach an Schaukampf-Veranstaltungen teil. Der in Kanada geborene Brite ist überzeugt, dass dieser Weg auch für die Williams-Schwestern funktionieren könnte.
“I feel like you don’t need to be on the main tour to participate. You can do what Federer did. Wonderful exhibition with Andy Roddick. You know, McEnroe and Agassi showed up.
You guys are legends of the sport. You’re going to go down in history as two of the greatest players, if not the greatest woman tennis player in Serena Williams.”
Der ehemalige Weltranglisten-Vierte ergänzte, dass Schaukampf-Partien mit Serena und Venus bei Grand-Slam-Turnieren und anderen Veranstaltungen problemlos große Zuschauermengen anziehen könnten.
“So, you know, maybe it’s time to move away from the main tour and do things outside of tennis, which they’re already doing, and play some exhibitions.
You can sell them out. You can do it at even all the Slams. But I kind of feel like the results aren’t happening.”
Rusedski räumte ein, dass viele Fans anderer Meinung sein könnten. Gleichzeitig müsse der Tennissport seiner Ansicht nach auch Platz für die nächste Generation schaffen.
“So part of me is thinking, OK, you know, how much more are you going to do this? That’s my opinion. Maybe a lot of people love it, and that’s fine. But I kind of feel like, OK, let’s move on to the next generation.”
Serenas Rückkehr im Jahr 2026
Serena kehrte im Juni nach beinahe vierjähriger Pause in den Profisport zurück. Ihr erstes Turnier bestritt sie im Queen’s Club, wo sie gemeinsam mit Victoria Mboko antrat und das Auftaktmatch im Doppel gewann. Anschließend konnte das Duo jedoch nicht weiterspielen, da Mboko wegen einer Verletzung zurückzog.
Die 44-Jährige spielte danach in Berlin an der Seite von Karolina Muchova Doppel, ehe sie in Wimbledon in den Einzel-Wettbewerb zurückkehrte. Dort traf Serena auf Maya Joint und verlor mit 6:3, 6:7(6), 6:3. Es war ihr erstes Einzelmatch seit den US Open 2022.
Eigentlich sollten Serena und Venus in Wimbledon gemeinsam im Doppel antreten. Serena zog jedoch zurück, nachdem sie sich während ihres Einzelmatches am Knie verletzt hatte. Ihre Reunion erfolgte schließlich im August in Cincinnati. Dort unterlagen sie Marta Kostyuk und Peyton Stearns mit 2:6, 6:1, 8:10.
New York war damit ihr erstes gemeinsames Grand-Slam-Turnier seit den US Open 2022. Als Team gewannen die Schwestern 14 Grand-Slam-Titel im Doppel, darunter die US Open 1999 und 2009. Zudem holten sie drei olympische Goldmedaillen im Doppel.
Serena hat wiederholt betont, dass sie nicht in erster Linie von großen sportlichen Erfolgen angetrieben wird. Ihr ist bewusst, wie schwierig diese im fortgeschrittenen Alter zu erreichen sind. Für die erfahrene Spielerin geht es vielmehr darum, Schritt für Schritt vorzugehen und sich erst anschließend neue Ziele zu setzen.
Allein ihre Rückkehr ist für die Tennisfans bereits ein großes Ereignis. Sie hoffen, Serena noch möglichst lange sehen zu können – auch wenn ihnen bewusst ist, dass sie sich inzwischen in einer späten Phase ihrer Karriere befindet, in der es unabhängig vom eigenen Willen immer schwieriger wird, das Maximum abzurufen.
