US-Open-Tickets schwanken zwischen 20 und mehr als 600 Dollar

by Faruk Imamovic
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US-Open-Tickets schwanken zwischen 20 und mehr als 600 Dollar
© TickPick/X/Fair Use

Die US Open 2026 haben erneut gezeigt, wie weit offizielle Ticketpreise und tatsächliche Marktkosten auseinanderliegen können. Schon im Mai wirkte der erste Verkauf weitgehend ausverkauft. Auf dem Zweitmarkt stiegen selbst Ground Passes, die ursprünglich 65 US-Dollar kosteten, am ersten Samstag auf 300 bis 400 Dollar und zeitweise über 600 Dollar.

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Diese Entwicklung traf ausgerechnet die Karten ohne festen Sitzplatz. Bei den anderen Grand-Slam-Turnieren liegen vergleichbare Eintrittspreise bei etwa 30 Euro in Melbourne, 39 Euro in Paris und ebenfalls 39 Euro in Wimbledon. New York wurde damit nicht nur teurer, sondern bewegte sich in einer völlig anderen Größenordnung.

Der Zweitmarkt verdrängt den ursprünglichen Preis

Organisierte Gruppen und automatisierte Käufe sollen einen beträchtlichen Teil des Angebots früh gebunden haben. Gleichzeitig soll auch der US-Tennisverband Einnahmen in siebenstelliger Höhe erzielt haben. Die USTA will das Verfahren überprüfen.

Für Zuschauer entsteht dadurch ein grundlegendes Problem: Der aufgedruckte Preis verliert seine praktische Bedeutung, wenn Karten unmittelbar nach dem Verkaufsstart knapp und nur noch mit hohen Aufschlägen verfügbar sind. Ein günstiger Zugang zum Gelände kann dann teurer werden als ein Sitzplatz bei einem großen Match zu einem späteren Zeitpunkt.

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Genau diese Umkehr zeigte das Herren-Halbfinale zwischen Alexander Zverev und Karen Khachanov. Tickets waren für weniger als 20 Dollar erhältlich und kosteten damit weniger als der bekannte Honey-Deuce-Cocktail auf der Anlage. Warum das Interesse so gering war, blieb offen.

Das Finale stellte die gewohnte Hierarchie wieder her

Beim Endspiel zwischen Zverev und Ben Shelton war von diesem Preisverfall nichts mehr zu sehen. Selbst der günstigste Platz weit oben im Arthur Ashe Stadium kostete 385 Dollar. Der Unterschied zum Halbfinale macht deutlich, dass nicht nur Turnierphase und Sitzlage den Wert bestimmen. Gegner, Nachfrage und kurzfristige Verfügbarkeit können die Preislogik vollständig verändern.

Für die USTA ist die angekündigte Prüfung deshalb mehr als eine technische Nachbereitung. Hohe Weiterverkaufspreise können die Einnahmen des Turniers erhöhen, erschweren aber zugleich den Zugang für Zuschauer, die beim offiziellen Start keinen Platz erhalten.

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Die auffällige Zverev-Ausnahme löst dieses Problem nicht. Sie zeigt lediglich, wie unberechenbar der Markt geworden ist: Ein Ground Pass kann mehrere Hundert Dollar kosten, während ein Grand-Slam-Halbfinale für weniger als 20 Dollar verfügbar bleibt. Transparenz beim Erstverkauf und der Umgang mit automatisierten Käufen werden deshalb vor den nächsten US Open besonders wichtig.

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