Jessica Pegula widerspricht der Ansicht, dass Aryna Sabalenka ihre Wutausbrüche am Erfolg hindern. Nach Meinung der US-Amerikanerin spielt die Belarussin gerade in solchen Momenten ihr bestes Tennis.
Erstmals seit der Saison 2022 beendete Sabalenka ein Jahr ohne Grand-Slam-Titel. Dabei war die Belarussin in dieser Saison gleich zweimal nur wenige Schritte vom Gewinn eines Majors entfernt: Sowohl das Finale der Australian Open als auch das Endspiel der US Open verlor sie jedoch gegen Elena Rybakina.
In beiden Grand-Slam-Finals musste sich Sabalenka in drei Sätzen geschlagen geben. Insgesamt kommt die Belarussin, die nach den diesjährigen US Open auf Platz zwei der Weltrangliste zurückfiel, seit 2025 in Grand-Slam-Finals auf eine Bilanz von 1:4.
Einige Beobachter vertreten die Ansicht, dass die 28-Jährige ihre Emotionen nicht ausreichend unter Kontrolle habe – und dies der Hauptgrund für ihre fehlenden Erfolge in Major-Finals während der vergangenen zwei Jahre sei.
Pegula über Sabalenka: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so gut spielt, obwohl er sichtbar wütend ist“
Auf die These angesprochen, Sabalenkas Spiel breche zusammen, sobald sie wütend werde, erklärte Pegula, dass sie selbst auf dem Platz nichts zustande bekomme, wenn sie die Beherrschung verliere. Bei Sabalenka sei das jedoch anders: Ihre Wut funktioniere für sie offenbar bestens.
„Sie spielt so gut, wenn sie wütend ist. Ich kann das nicht. Wenn ich wütend werde, schlage ich zu hart und rege mich immer mehr auf. Für mich funktioniert das nicht. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden gesehen, der so gut spielt, obwohl er sichtbar wütend ist“, sagte Pegula im Podcast The Player’s Box.
„Manche schlagen vielleicht ein paar gute Winner, aber danach hält dieses Niveau nicht an. Das können nicht viele, aber sie kann es. Es ist schwierig, das über ein ganzes Match aufrechtzuerhalten. Sie ist eher eine emotionale Spielerin, aber genau so spielt sie ihr bestes Tennis.
Sie kann gut mit Emotionen spielen. Jeder Mensch ist anders, und man muss herausfinden, was für einen selbst funktioniert. Sie kann ihre Gefühle definitiv nicht zurückhalten – aber für sie funktioniert es.“
Pegula nach dem US-Open-Aus: Sabalenka „spielte, als hätte sie jemand wütend gemacht“
Pegula legte bei den diesjährigen US Open einen starken Auftritt hin und erreichte das Halbfinale. Dort unterlag sie Sabalenka jedoch mit 5:7 und 2:6.
Anschließend bezeichnete Pegula Sabalenkas Niveau als „unglaublich hoch“ und scherzte, die ehemalige Weltranglistenerste habe „gespielt, als hätte sie jemand wütend gemacht“.
