Rick Macci ist überzeugt, dass Alexander Zverev über alle Voraussetzungen verfügt, um Jannik Sinner und Carlos Alcaraz regelmäßig herauszufordern. Dafür müsse der Deutsche jedoch eine eklatante taktische Schwäche abstellen.
Im Gespräch mit dem YouTube-Kanal „Florida Tennis“ gab der renommierte frühere Trainer von Serena und Venus Williams eine schonungslose Einschätzung zu Zverevs Verhalten an der Grundlinie ab.
„Sascha muss sich deutlich näher an der Grundlinie positionieren“, sagte Macci. „Er steht viel zu weit hinten. Manchmal sieht es so aus, als würde er ganz hinten in Deutschland spielen. So weit entfernt kann man nicht stehen. Gerade mit seiner Rückhand könnte er den Ball im Aufsteigen nehmen und seine Gegner überraschen.“
Macci betonte, dass Zverev gegen die aktuelle Weltspitze nicht darauf hoffen könne, dass die Gegner von selbst Fehler machten. Sinner und Alcaraz würden sich schlicht nicht selbst schlagen.
Um gegen beide bestehen zu können, riet Macci Zverev, seinen Return zu verbessern, bei kurzen Bällen mutiger anzugreifen und häufiger ans Netz vorzurücken – auch wenn das gelegentlich zu Fehlern führen könne.
„Im Wesentlichen geht es darum, mehr Selbstvertrauen zu haben, etwas aggressiver zu spielen und die beiden aus ihrer Komfortzone zu bringen“, erklärte er.
Das kuriose Finale bei den US Open
Dieses wachsende Selbstvertrauen half Zverev zweifellos auch bei seinem jüngsten Durchbruch bei den US Open, wo er seinen zweiten Grand-Slam-Titel holte. Der größte Moment seiner Karriere in New York hatte allerdings eine amüsante Wendung: Zverev war sich zunächst gar nicht bewusst, dass das Turnier bereits beendet war.
Nachdem er den Matchball in Flushing Meadows verwandelt hatte, blieb Zverev mehrere Sekunden auf dem Platz stehen – völlig ahnungslos, dass er soeben den Titel gewonnen hatte.
„Ich war so sehr im Match gefangen, es war wie ein Tunnel“, räumte Zverev später ein. „Wenn das Publikum wirklich laut ist, kann man den Schiedsrichter auf dem Stuhl unmöglich hören. Ich habe ihn weder ‚Game‘ noch ‚Match‘ sagen hören. Am Ende hatte ich einfach den Spielstand aus den Augen verloren. Ich dachte, es stünde 5:1 statt 6:2!“
Zverev war so fokussiert, dass er nicht einmal wusste, dass er gewonnen hatte 😂 pic.twitter.com/LqJUwHr1Fn
— US Open Tennis (@usopen) 14. September 2026
