Sinner rückt an Agassis 101-Wochen-Marke als Nummer eins der Welt heran
Jannik Sinners Regentschaft an der Spitze des Welttennis hat offiziell die Marke von 90 Wochen erreicht.
Mit der jüngsten Aktualisierung der ATP-Weltrangliste festigte der 25-Jährige seinen Platz unter den zehn Spielern mit der längsten Amtszeit als Nummer eins in der Geschichte der ATP. Damit rückt Andre Agassis Marke von 101 Wochen zunehmend in Sinners Blickfeld. Da die Hartplatzsaison in Asien inzwischen begonnen hat, ist Sinners Führung bis zum Masters-Turnier in Shanghai Mitte Oktober mathematisch abgesichert.
Damit wird Sinner mindestens 93 Wochen an der Spitze stehen. Nach seiner Genesung von einer leichten Knieentzündung soll er zunächst seinen Titel beim ATP-500-Turnier in Peking verteidigen, bevor es weiter nach Shanghai geht.
Die längsten Amtszeiten als Nummer eins der ATP-Geschichte (Top 10)
- Novak Djokovic: 428 Wochen
- Roger Federer: 310 Wochen
- Pete Sampras: 286 Wochen
- Ivan Lendl: 270 Wochen
- Jimmy Connors: 268 Wochen
- Rafael Nadal: 209 Wochen
- John McEnroe: 170 Wochen
- Björn Borg: 109 Wochen
- Andre Agassi: 110 Wochen
- Jannik Sinner: 90 Wochen
Das Duell mit Zverev um den Jahresendrang
Während Sinners unmittelbare Position abgesichert ist, bleibt der Kampf um den ersten Platz zum Jahresende äußerst offen. Alexander Zverev – getragen vom Schwung zweier Grand-Slam-Titel in dieser Saison – ist der einzige Spieler, der Sinner rechnerisch noch von der Spitze verdrängen kann.
Der Deutsche wird sich beim Laver Cup in London auf die entscheidende Saisonphase einstimmen, bevor er wie Sinner die Turniere in Asien bestreitet. Die anschließende Hallensaison in Europa dürfte zum ultimativen Entscheidungskriterium werden.
Sinner muss in der entscheidenden Phase der Saison eine große Zahl an Ranglistenpunkten verteidigen. Im vergangenen Jahr hatte er in Peking, Wien, Paris und bei den ATP Finals eine makellose Siegesserie hingelegt. Zverev, der traditionell auf schnellen Hallen-Hartplätzen besonders stark ist, stellt damit eine erhebliche Gefahr für Sinners Spitzenposition zum Jahresende dar.
Der Kampf um Turin nimmt Fahrt auf
Auch im Rennen um die Qualifikation für die ATP Finals verschärft sich die Lage.
Daniil Medwedew hält sich im Race auf Rang acht, doch da ihm bald fast 1.000 Punkte aus der Wertung fallen, ist sein Ticket für Turin keineswegs sicher. Felix Auger-Aliassime liegt unmittelbar dahinter und hofft auf einen starken Saisonendspurt.
Auch Lorenzo Musetti muss eine große Zahl an Punkten verteidigen und benötigt dringend ein erfolgreiches Abschneiden in Asien, um seine Chancen auf Turin zu wahren. Derweil steht der Titelverteidiger von Shanghai, Valentin Vacherot, vor einer enormen Bewährungsprobe: Ein frühes Aus könnte ihn direkt aus den Top 40 katapultieren.
