Joel Schwärzler geht mit einer realistischen Chance auf die Next Gen Finals in den Saisonendspurt. Der 20-jährige Vorarlberger steht mit 305 Punkten auf Rang sieben des PIF ATP Live Next Gen Race. Die Abstände sind so klein, dass ein starkes Turnier die Reihenfolge verändern kann.
Auf Darwin Blanch fehlen Schwärzler nur drei Punkte. Federico Cina liegt sieben Zähler vor ihm, Rei Sakamoto 16. Martin Jodar und Joao Fonseca führen das Race an. Entscheidend ist für Schwärzler die Gruppe um die Qualifikationsplätze.
Die Challenger-Saison trägt seine Bewerbung
Schwärzlers Ausgangslage beruht nicht auf einem einzelnen überraschenden Lauf. Anfang August gewann er ein Challenger-Turnier in Polen. Bereits im März hatte er in Ruanda seinen zweiten Titel auf dieser Ebene geholt. Dazwischen und davor sammelte er weitere tiefe Ergebnisse: ein nur knapp in drei Sätzen verlorenes Finale in Lugano, ein Halbfinale beim ersten Challenger des Jahres in Thailand sowie Viertelfinals in Oeiras und Madrid im April.
Diese Serie erklärt, weshalb wenige Punkte nun so große Wirkung haben. Schwärzler hat seine Bewerbung über verschiedene Wochen aufgebaut und ist dadurch nicht auf einen einzigen letzten Sprung angewiesen. Ein gutes Ergebnis kann ihn nach vorn bringen, während ein früher Ausfall den Verfolgern eine offene Tür ließe.
Bei den US Open gelang ihm dagegen kein großer Punktezuwachs. Er überstand die erste Qualifikationsrunde, scheiterte anschließend jedoch in der zweiten und verpasste das Hauptfeld. Für das Race war das eine ausgelassene Gelegenheit, nicht das Ende seiner Chance. Die zuvor gesammelten Challenger-Punkte halten ihn weiterhin in Reichweite.
Hinter Platz sieben bleibt der Druck hoch
Schwärzler darf den Blick nicht ausschließlich auf Blanch, Cina und Sakamoto richten. Hinter ihm warten Diego Dedura und Moise Kouame auf ihre Gelegenheit. Der Endspurt verlangt deshalb zwei Dinge zugleich: Der Österreicher muss selbst Punkte holen und verhindern, dass ein Verfolger mit einem starken Lauf vorbeizieht.
Der mögliche Lohn wäre historisch. Noch nie nahm ein Österreicher an den Next Gen Finals teil. Schwärzler könnte diese Premiere schaffen, ohne dass seine Saison von einem einzigen Ergebnis definiert wäre. Seine konstanten Challenger-Auftritte haben die Grundlage gelegt; die engen Abstände machen nun jedes weitere Resultat bedeutend.
Die Ausgangslage ist damit klar, aber nicht bequem. Rang sieben hält Schwärzler mitten im Rennen, schützt ihn jedoch nicht. Drei Punkte bis zum nächsten Konkurrenten sind schnell aufgeholt, 16 Punkte ebenso. Dieselbe Enge gilt in die andere Richtung. Wer im Endspurt die stabilsten Ergebnisse liefert, verwandelt eine aussichtsreiche Position in ein Ticket.
