Der Laver Cup hat sich längst zu einem der auffälligsten Termine im Tenniskalender entwickelt. Dabei unterscheidet sich das Konzept deutlich von klassischen Wettbewerben: Weltranglistenpunkte gibt es nicht, finanziell kann sich die Teilnahme für die größten Namen dennoch erheblich lohnen.
Das Preisgeld für das Siegerteam beträgt 1,5 Millionen Dollar und wird zu gleichen Teilen auf sechs Spieler verteilt. Das größere finanzielle Gewicht liegt offenbar bei den Auftrittsgagen. Die Veranstalter veröffentlichen diese Summen nicht. Ein Spieler mit dem Status von Carlos Alcaraz soll jedoch deutlich mehr als 1,5 Millionen Dollar für seine Teilnahme erhalten können. Bei Alexander Zverev soll die Größenordnung über einer Million Dollar liegen.
Diese Zahlungen beziehen sich nicht allein auf die drei Wettkampftage. Alcaraz kam bereits am Montag nach London und begann am folgenden Tag mit Medienterminen für die Veranstaltung.
Der Erfolg ist teuer erkauft
Genau darin liegt die wirtschaftliche Besonderheit des Laver Cup. Hochkarätige Spieler erhöhen die Attraktivität für Zuschauer, Sponsoren und Hospitality-Kunden, verursachen gleichzeitig aber erhebliche Kosten. Hinzu kommt die Miete einer großen Arena wie der O2 Arena in London über eine ganze Woche.
Das Turnier muss deshalb einen großen Teil seiner Einnahmen über Sponsoring und hochwertige Hospitality-Angebote erwirtschaften. Beim Londoner Event sind Werbepartner sowohl rund um die Arena als auch auf den großen Bildschirmen über dem Court stark präsent.
Rolex ist weiterhin Founding Partner, während UBS, Mercedes-Benz und Alipay+ zu den Global Partners gehören. Weitere Unternehmen wie ServiceNow, Genesys, Perplexity und JAB Insurance treten als Global Sponsors auf. Auch Marken wie Moët & Chandon, BOSS und Stella Artois sind beteiligt.
Ein Event zwischen Prestige und Profit
Wie groß das wirtschaftliche Potenzial sein kann, zeigte London 2022. Damals bestritt Roger Federer beim Laver Cup sein letztes Match, und für die Veranstaltung wurden Einnahmen von rund 38 Millionen Dollar gemeldet.
Auch zuletzt blieb das Modell profitabel. Beim Turnier in San Francisco wurde ein Gewinn von rund 3,2 Millionen Pfund erzielt.
Damit erklärt sich ein Teil der besonderen Stellung des Laver Cup: Er benötigt keine Ranglistenpunkte, um Topspieler anzuziehen. Hohe Auftrittsgagen, starke Sponsoren und ein klar auf Premium-Vermarktung ausgerichtetes Format schaffen einen eigenen Wert. Der sportliche Wettbewerb ist dabei nur ein Teil eines Geschäftsmodells, das stark von bekannten Namen und kommerzieller Reichweite lebt.
