Jabeur kritisiert Tennissystem: "Nur die Top-Spieler werden gehört"

Die tunesische Tennisspielerin Ons Jabeur hat die Tennisbehörden dafür kritisiert, dass sie "nur auf die Top-Spieler hören" und forderte sie auf, diesen "falschen" Ansatz zu ändern

by Faruk Imamovic
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Jabeur kritisiert Tennissystem: "Nur die Top-Spieler werden gehört"
© Getty Images Sport/Hector Vivas

Die tunesische Tennisspielerin Ons Jabeur hat die Tennisbehörden dafür kritisiert, dass sie "nur auf die Top-Spieler hören" und forderte sie auf, diesen "falschen" Ansatz zu ändern. Jabeur, die in den letzten 15 Monaten drei Grand Slam-Finals erreichte und im Oktober 2021 erstmals in die Top-10 aufstieg, erklärte gegenüber ESPN: "Früher, wenn ich sprach, hörte niemand zu, weil ich nicht in den Top 10 war und kein Top-Spieler war.

Aber jetzt hören sie zu." Jetzt, wo sie eine etablierte Kraft im Tennissport ist, glaubt sie, dass ihre Meinung mehr Gewicht hat. "Jetzt kümmern sie sich um meine Meinung. Ich finde es falsch, nur auf die Top-Spieler zu hören.

Für mich fühle ich, dass ich jetzt einen Unterschied machen muss. Ich muss für jede Frau darüber sprechen, was falsch ist und was besser sein könnte."

Die PTPA: Ein neuer Ansatz für die Spieler

Anfang dieses Jahres trat Jabeur dem Spieler-Exekutivausschuss der von Novak Djokovic gegründeten Professional Tennis Players Association (PTPA) bei.

Sie ist überzeugt, dass die Vereinigung positive Absichten verfolgt und die Rechte der Spielerinnen und Spieler im Vordergrund stehen. Djokovic, die treibende Kraft hinter der PTPA, sieht die Fortschritte, die sein Verband gemacht hat, optimistisch.

"Die PTPA macht definitiv große Fortschritte. Und wir stellen sicher, dass die Stimmen und Bedürfnisse der Spieler gehört werden... Für mich persönlich ist es beruhigend zu wissen, dass es jetzt ein ernsthaftes Team von Menschen in unserer Vereinigung gibt, das unermüdlich daran arbeitet, diesen Verband aufzubauen und sicherzustellen, dass die Spieler ein besseres Leben durch Tennis haben", sagte Djokovic gegenüber ESPN.

Doch trotz dieses Engagements für die Rechte der Spieler gibt es Spannungen mit den etablierten Organisationen ATP und WTA. Es ist kein Geheimnis, dass sie stark gegen einen weiteren Verband außerhalb der ATP und WTA sind.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Spannungen in Zukunft entwickeln werden und ob Spieler wie Jabeur erfolgreich sein werden, alle Spielerstimmen zu vertreten.

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