Toni Nadal analysiert Alexander Zverevs Niederlage bei den French Open 2024

Zverevs mentale Hürden: Warum der Grand-Slam-Titel weiterhin unerreichbar bleibt

by Faruk Imamovic
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Toni Nadal analysiert Alexander Zverevs Niederlage bei den French Open 2024
© Getty Images/Clive Brunskill

Alexander Zverev, einer der talentiertesten Tennisspieler seiner Generation, steht weiterhin vor der großen Herausforderung, seinen ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Toni Nadal, der erfahrene Trainer und Onkel von Rafael Nadal, analysiert Zverevs Niederlage im Finale der French Open 2024 gegen Carlos Alcaraz und sieht die mentale Verfassung des Deutschen als entscheidenden Faktor.

Kritische Momente auf der großen Bühne

Im entscheidenden Match des Roland Garros unterlag Zverev dem Spanier Alcaraz mit 6-3, 2-6, 5-7, 6-1, 6-2. Dies markierte Zverevs zweite Niederlage in einem Grand-Slam-Finale, jeweils über fünf Sätze.

Ein Wendepunkt im Spiel war, als Zverev einen 2-5 Rückstand im dritten Satz drehte und diesen noch 7-5 gewann. Trotz dieser beeindruckenden Aufholjagd konnte Zverev das Momentum nicht nutzen und gewann in den letzten beiden Sätzen nur noch drei Spiele.

Diese mentale Schwäche, so Toni Nadal in seiner Kolumne für El Pais, zeigte sich besonders zu Beginn des vierten Satzes. „Nach dem großen Comeback im vorherigen Satz und einer 0-15 Führung machte Alexander einen trivialen Fehler und wandte sich verärgert an seine Box, um sich zu beschweren.

Fünfzehn Minuten später führte der Spanier bereits mit 4-0 in diesem entscheidenden Satz“, schrieb Nadal.

Die Suche nach mentaler Stärke

Die Fähigkeit, kritische Situationen zu kontrollieren und sich nicht von ihnen überwältigen zu lassen, ist eine Eigenschaft, die laut Toni Nadal nur große Champions besitzen.

Er lobte Alcaraz für seine Ruhe, Überzeugung und seinen unerschütterlichen Glauben an den Sieg, selbst nach einem schmerzhaften Comeback. Zverevs Herausforderungen sind gut dokumentiert. Bereits im US Open Finale 2020 führte er gegen Dominic Thiem mit 2-0 in den Sätzen, konnte aber beim Stand von 5-3 im finalen Satz das Match nicht für sich entscheiden und verlor den anschließenden Match-Tiebreak.

Obwohl Zverev als zweifacher ATP Finals Sieger, sechsfacher Masters 1000 Gewinner und amtierender Olympiasieger zweifellos zu den besten Spielern gehört, bleibt der Gewinn eines Major-Titels das letzte Puzzleteil in seiner bereits beeindruckenden Karriere.

Wie Toni Nadal betont, wird Zverev diesen Durchbruch nur erzielen können, wenn er lernt, seine mentale Verfassung in entscheidenden Momenten zu beherrschen. Das Ringen um diesen lang ersehnten Grand-Slam-Titel wird weiterhin ein zentrales Thema in Zverevs Karriere bleiben, während Tennisfans weltweit gespannt beobachten, ob er diese mentale Hürde überwinden kann.

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