Der französische Tennisprofi Gael Monfils stand 2020 kurz vor dem Karriereende. Die coronabedingten Einschnitte im Tenniszirkus, leere Tribünen und fehlende Motivation hatten Spuren hinterlassen. In einem Gespräch mit Gilles Simon auf dessen YouTube-Kanal sprach Monfils offen über diese Phase: „Ich glaube nicht, dass ich noch spielen würde, wenn Elina nicht gewesen wäre. Ich wollte wirklich aufhören.“
Die Zeit nach der Pandemie war für den damals 34-Jährigen besonders hart. Zwar war er zuvor regelmäßig in den Top 10 der Welt, doch die neue Atmosphäre auf der Tour nahm ihm die Freude: „Ich hatte keine Lust mehr. Leere Stadien, keine Energie. Ich konnte nicht mehr an mein altes Niveau anknüpfen.“
Elina Svitolina als Wendepunkt
Den endgültigen Bruch sah Monfils im Jahr 2022, als ihn eine Fußverletzung erneut ausbremste – während seine Frau Elina Svitolina schwanger war und familiäre Probleme ihn zusätzlich belasteten. „Ich sagte zu Elina: ‚Es ist vorbei.‘ Innerlich war ich sicher, dass ich aufhöre. Eine Verletzung als letztes Kapitel – das ist bitter.“
Doch Svitolina, selbst Tennisprofi, fand die richtigen Worte. „Sie sagte zu mir: ‚Ich komme auch nach der Schwangerschaft zurück.‘ Sie hat mir sehr geholfen. Ich hatte plötzlich ein Ziel, für das mich keiner ausgelacht hat: Ich wollte mich für Olympia 2024 qualifizieren, obwohl ich auf Platz 400 stand.“
Die Geburt ihrer Tochter Skaï im Oktober 2022 markierte einen neuen Abschnitt – auch sportlich. Monfils überraschte Anfang 2025 mit einem Turniersieg in Auckland und einem starken Auftritt gegen Taylor Fritz bei den Australian Open.
„Meine Frau hat mich gerettet“, sagte Monfils. „Manchmal brennt das Feuer in einem hell, manchmal ist es kaum eine Flamme. Sie hat es wieder entfacht. Danke, Elina.“
Trotz Rückschlägen zeigt der 37-Jährige heute wieder Spielfreude – auf und neben dem Platz. Seine Geschichte zeigt, wie entscheidend persönliche Unterstützung für sportliche Spitzenleistungen sein kann.
