Emma Raducanu hat ihren Umgang mit der Sandplatzsaison deutlich verändert. Während die US-Open-Siegerin von 2021 im letzten Jahr gezielt auf die Teilnahme an den großen Turnieren auf Sand verzichtet hatte, präsentiert sie sich dieses Jahr aktiv und selbstbewusst auf dem roten Belag. Kritische Stimmen begleiteten damals ihre Entscheidung, die Qualifikation für Roland Garros auszulassen, doch ihr Fokus auf die Rasensaison zahlte sich aus – sie erreichte unter anderem das Halbfinale in Nottingham und das Achtelfinale in Wimbledon.
Leistungssteigerung durch mehr Einsatz
In der aktuellen Saison ist Raducanu einen anderen Weg gegangen. Sie hat nicht nur regelmäßig Sandplatzturniere gespielt, sondern trat auch beim Turnier in Straßburg kurz vor den French Open an. Diese Entwicklung blieb nicht unbemerkt: „Es überrascht mich nicht, dass Emma in den letzten Monaten so gute Ergebnisse erzielt hat, weil sie eine sehr, sehr gute Spielerin ist“, sagte Tim Henman bei einem Event von TNT Sport und discovery+ vor Roland Garros. „Wenn sie nicht gut genug wäre, müsste man sagen, sie soll sich ihre Turniere aussuchen und schwächere Events spielen. Das habe ich bei Emma nie gedacht. Bleibt sie gesund, kommen die Resultate von selbst.“
Henman betont die physische und technische Weiterentwicklung der 22-Jährigen: „Sie kann auf jedem Belag bestehen, das Element, das mir am meisten auffällt, ist ihre größere körperliche Stärke. Mir gefällt, dass sie Woche für Woche Matches spielt und ein volles Programm absolviert. Sie macht vieles richtig und jetzt geht es darum, das zwei, drei oder fünf Jahre durchzuziehen.“
Raducanu kämpft mit Rückenproblemen
Trotz überzeugender Auftritte sorgte ein Rückenschmerz in Straßburg für einen kleinen Dämpfer. Nach ihrer Niederlage gegen Danielle Collins erklärte Raducanu: „Ich habe es nach der ersten Runde gespürt. Gestern habe ich versucht, damit umzugehen, bekam Behandlung. Ich war ziemlich steif und hatte Schmerzen. Ich hatte schon vorher Rückenprobleme. Zu Jahresbeginn war ich deshalb mehrere Monate raus.“ Sie hofft trotzdem, rechtzeitig fit für Roland Garros zu werden.
Raducanu betonte außerdem ihre wachsende Sicherheit auf Sand: „Ich glaube, ich arbeite darauf hin. Ich hatte drei gute Matches in Rom und konnte dieses Niveau hierher mitnehmen. Je mehr Zeit ich auf Sand verbringe, desto mehr gefällt mir der Belag und ich baue meine Beziehung dazu auf.“
