Zwei Stunden musste Madison Keys warten, bis sie am Mittwoch endlich zu ihrem Zweitrundenmatch in Wimbledon antreten konnte. Der Regen unterbrach den bislang heißen Turnierstart. Doch als es endlich losging, ließ sie gegen Olga Danilovic wenig anbrennen. Die US-Amerikanerin setzte sich in nur 75 Minuten mit 6:4, 6:2 durch – in überzeugender Manier.
Dabei war der Turnierauftakt für die 30-Jährige alles andere als leicht. In Runde eins hatte sie sich erst mühsam in drei Sätzen gegen Elena-Gabriela Ruse durchgesetzt. Angesichts der zahlreichen frühen Favoritenstürze – 23 gesetzte Spielerinnen und Spieler sind bereits ausgeschieden – wirkt Keys’ Stabilität umso bemerkenswerter.
Mit dem Ausscheiden von Coco Gauff und Jessica Pegula ist sie die bestplatzierte US-Amerikanerin im Damenfeld. Auf die Frage, ob nun die Hoffnungen auf sie ruhen, antwortete sie zurückhaltend: „Ich habe in Runde eins selbst gerade so überlebt, das war mein persönlicher Kampf. Jetzt habe ich die Chance, mein bestes Tennis zu spielen.“
Neue Einstellung nach Grand-Slam-Sieg
Es ist Keys’ elfter Wimbledon-Auftritt – aber ihr erster als Grand-Slam-Siegerin. Im Januar hatte sie die Australian Open gewonnen, unter anderem gegen Iga Swiatek und Aryna Sabalenka. Ihr Erfolg sei auch einem mentalen Wandel zu verdanken, wie sie erklärt: „Früher habe ich in wichtigen Momenten zu passiv gespielt. Jetzt will ich vom Platz gehen und wissen, dass ich alles gegeben habe, ohne es zu bereuen.“
Ihre nächste Gegnerin ist Laura Siegemund – eine Kontrastspielerin zu vielen auf der Tour. Während viele aggressiv spielen, gilt Siegemund als variabel und unberechenbar. „Man bekommt nie zweimal denselben Ball. Wenn man auf Rhythmus hofft, wird man ihn nicht finden“, sagte Keys. Wichtig sei, vorbereitet zu sein und für jeden Ball einen klaren Plan zu haben.
Keys scheint bereit – mit klarem Kopf, viel Erfahrung und einem Plan, der über die nächste Runde hinausreichen könnte.
