Sonay Kartal sorgt 2025 in Wimbledon für eine der bemerkenswertesten Geschichten des Turniers. Die 23-Jährige aus Brighton steht zum ersten Mal im Achtelfinale eines Grand Slams und sichert sich damit einen beachtlichen Sprung in der Weltrangliste. Mit ihrem Sieg über die französische Qualifikantin Diane Parry (6:4, 6:2) steht Kartal im Rampenlicht – und überholt mit diesem Erfolg sogar Emma Raducanu in der aktuellen WTA-Rangliste.
Kartal und Raducanu kennen sich seit ihrer Kindheit. Früh kursierten Videos, in denen die beiden als Zwölfjährige gegeneinander antraten – besonders nach Raducanus US-Open-Triumph 2021 tauchten diese Clips wieder auf. Damals galt Kartal noch als „die andere Spielerin“ im Schatten des Hypes. Vier Jahre später steht nun sie im Mittelpunkt in Wimbledon.
Mentale Stärke nach schwieriger Zeit
Kartals jüngster Erfolg ist umso beeindruckender, wenn man weiß, dass sie zu Beginn des Jahres 2024 eine ernsthafte gesundheitliche Krise überstehen musste. Trotzdem hat sie sich zurückgekämpft, neu aufgebaut und ist jetzt die Britin, über die in Wimbledon gesprochen wird. Sollte sie auch ihr nächstes Match gegen Anastasia Pavlyuchenkova gewinnen, wäre sie erstmals britische Nummer eins.
Im Interview nach ihrem größten Sieg gab sie offen zu: „Ich will nicht lügen, ich war ziemlich nervös, als ich auf den Platz gegangen bin.“ Sie erinnerte sich an die Niederlage im Vorjahr gegen Coco Gauff und zog ihre Lehren daraus: „Ich habe versucht, alles, was ich aus diesem Spiel gelernt habe, umzusetzen. Ich wollte einfach locker bleiben, auch wenn das leichter gesagt als getan ist.“
Kartal erklärte weiter: „Letztes Jahr bin ich mit dem Gefühl vom Platz gegangen, nicht mein bestes Niveau gezeigt zu haben. Heute wollte ich einfach mein Bestes versuchen, die Nervosität beiseiteschieben.“ Sie beschreibt, wie wichtig es war, Punkt für Punkt zurückzukommen und die Anspannung abzulegen: „Ich glaube, als ich das Spiel ausgeglichen habe, waren die Nerven weg. Ich habe mich richtig wohlgefühlt.“
Eine neue britische Hoffnung auf dem Tennisplatz
Kartal nimmt die Aufmerksamkeit gelassen: „Es ist eine Ehre, dass jetzt auf mich geschaut wird. Es zeigt, dass ich gute Leistungen bringe.“ Für das nächste Spiel hat sie nur ein Ziel: „Ich gehe mit dem Gefühl raus, nichts zu verlieren zu haben. Ich werde alles geben. Der Druck, den ich spüre, ist der, den ich mir selbst mache, weil ich mein Bestes zeigen will.“
