Jannik Sinner, aktuell die Nummer eins der Tenniswelt, sorgt bei Wimbledon erneut für Schlagzeilen – diesmal jedoch nicht nur wegen seiner Spielkunst. Nach einem Sturz in der Anfangsphase seines Achtelfinalspiels gegen Grigor Dimitrov musste der Italiener mit einer lädierten Schlaghand weiterspielen und bangt nun um seinen Einsatz im Viertelfinale.
Früher Sturz sorgt für Sorgenfalten
Das Match auf dem berühmten Centre Court begann für Jannik alles andere als optimal. Gleich im ersten Spiel stürzte er unglücklich und verletzte sich am Arm. „Es ist sehr früh im Spiel passiert, im ersten Spiel. War ein ziemlich unglücklicher Sturz. Ich habe mir die Videos ein wenig angeschaut, es sah nicht schlimm aus, aber ich habe es trotzdem stark gespürt, besonders beim Aufschlag und der Vorhand“, erklärte Jannik nach dem Spiel.
Trotz der Schmerzen biss der 22-Jährige die Zähne zusammen und kämpfte sich weiter durch die Partie. Dimitrov dominierte lange Zeit, holte sich die ersten beiden Sätze. Erst ein tragischer Moment brachte die Wende: Beim Stand von 2:2 im dritten Satz verletzte sich Dimitrov schwer und musste aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt stand es 6:3, 7:5, 2:2 für den Bulgaren.
Entscheidung über Viertelfinal-Einsatz steht aus
Wie ernst Sinners Armverletzung wirklich ist, bleibt vorerst offen. Am Dienstagmorgen unterzog sich der Australian-Open-Sieger einer MRT-Untersuchung in London. Die Entscheidung über einen Start im Viertelfinale soll jedoch erst nach einem vorsichtigen Training am Nachmittag fallen. Eigentlich war eine komplette Trainingseinheit um 14 Uhr im All England Club geplant, diese wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Stattdessen buchte das Team von Sinner einen Trainingsplatz im nahegelegenen Aorangi Park.
Erst nach dieser leichten Belastungsprobe soll bekanntgegeben werden, ob Jannik für das Viertelfinale am Mittwoch gegen den Amerikaner Ben Shelton antreten kann. Shelton hatte sich in vier Sätzen gegen Lorenzo Sonego durchgesetzt. Die Bilanz spricht für Sinner: Fünf der sechs bisherigen Duelle entschied der Südtiroler für sich, zuletzt im Halbfinale der Australian Open, das er klar gewann.
Jannik weiß, dass ihn gegen Shelton ein echtes Kraftpaket erwartet. „Die Rückschläge auf den Aufschlag sind auf jeden Fall entscheidend. Er hat sich auch hinter der Grundlinie deutlich verbessert. Gegen Carlos [Alcaraz] in Paris hat er ein tolles Match gespielt“, so Sinner. „Er weiß, wie man auf jedem Belag spielt. Ich habe letztes Jahr schon hier gegen ihn gespielt. Das war ein sehr schwieriges Match. Mal sehen, was kommt, aber das wird ein Problem in zwei Tagen, oder? Jetzt muss ich mich erstmal auf anderes konzentrieren und hoffe, dass ich zu 100 Prozent fit bin.“
Ob Sinner tatsächlich auf dem Platz stehen wird, entscheidet sich kurzfristig – ein Viertelfinale ohne den Weltranglistenersten wäre für Wimbledon sicher ein herber Schlag.
