Aryna Sabalenka hat sich nach ihrem überraschenden Aus bei Wimbledon besonnen gezeigt. Die Weltranglistenerste unterlag Amanda Anisimova mit 2:6, 5:7, 4:6 und verpasste so ihr erstes Finale beim berühmten Turnier. Für Sabalenka war es der nächste Rückschlag in einem Jahr voller Enttäuschungen, nachdem sie bereits in den Finals der Australian Open und French Open als Verliererin vom Platz gehen musste.
Trotz der erneuten Niederlage schlug die 26-Jährige einen zurückhaltenden Ton an – ganz anders als nach dem bitteren Aus in Paris. In der Pressekonferenz nach dem Match zeigte sich Sabalenka mit einem Lächeln und erklärte: „Wartet ihr auf etwas? Ihr werdet keine Pressekonferenz wie in Roland Garros erleben, also wer darauf wartet, kann jetzt gehen.“ Sie ergänzte: „Verlieren ist einfach schrecklich, wisst ihr? Man fühlt sich, als würde man am liebsten nicht mehr existieren wollen, als wäre das das Ende. Aber dann sitzt man ein bisschen da, denkt darüber nach, was man hätte besser machen können. Man merkt, wo man im Match nicht auf dem besten Niveau war. Man sieht auch, dass die andere Spielerin heute einfach besser war.“
Emotionen auf dem Platz und Fairness im Fokus
Im Verlauf des Spiels sorgte eine Szene für zusätzliche Emotionen. Sabalenka gab zu, dass sie sich geärgert habe, als Anisimova nach einem noch laufenden Ballwechsel bereits feierte: „Ich habe versucht, den Ball zu erreichen, während sie schon gefeiert hat. Ich fand das ein bisschen früh und es hat mich echt wütend gemacht. Als sie dann noch meinte, das mache sie immer so, war ich froh, dass sie es gesagt hat. Es hat mir tatsächlich geholfen, weiterzukämpfen, weil ich dann zeigen wollte, was ich kann.“ Im dritten Satz habe sie diese Wut jedoch nicht mehr so nutzen können. „Es ist, wie es ist“, sagte Sabalenka abschließend.
Starke Bilanz von Anisimova gegen Sabalenka
Für Sabalenka war es bereits die fünfte Niederlage gegen die US-Amerikanerin im achten direkten Duell. Sie erklärte, weshalb Anisimova ihr auf Rasen besonders gefährlich wird: „Sie spielt sehr aggressiv. Bei all unseren Matches war es immer eng. Ich weiß eigentlich, was ich gegen sie tun muss, aber auf Rasen ist es schwieriger, ihr Spiel zu zerstören. Eigentlich ist der Spielstand egal, ob sie jetzt 5:3 oder 6:3 führt, weil alle Matches knapp waren. Vor einem Match gegen sie denke ich nicht an die Bilanz. Es geht immer um das Momentum – darum, ob du bereit bist, zu kämpfen und die richtigen Dinge zu tun.“
Für Sabalenka bleibt Wimbledon ein schwieriges Pflaster. Dennoch zeigte sie nach außen Stärke und blickt nach vorn.
