Victoria Mboko hat in Montreal eine Ausnahmewoche erwischt. Die 18-Jährige besiegte auf dem Weg zum Finale vier Grand-Slam-Champions – darunter Sofia Kenin, Coco Gauff und Elena Rybakina – und holte gegen Naomi Osaka mit 2:6, 6:4, 6:1 ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Sie wurde damit zur zweijüngsten Spielerin der Open Era, die vier Major-Siegerinnen in einem Turnier schlägt. Für sie war es ein Durchbruch, für das Heimpublikum ein starker Moment.
Klinikbesuch vor dem Endspiel
Ganz sorgenfrei war der Tag nicht. „Heute war es wirklich ein ereignisreicher Tag“, sagte sie. „Ich bin heute Morgen aufgewacht, und mein Handgelenk war wegen des gestrigen Sturzes etwas geschwollen. Wir sind schnell ins Krankenhaus gefahren, um ein MRT und ein Röntgen zu machen, bevor ich zum Training auf den Platz ging. Als wir grünes Licht hatten, dass nichts allzu Ernstes los ist, kam ich her, trainierte kurz und bereitete mich auf mein Match vor. Dadurch fühlt sich heute alles noch süßer an.“
Die Uhr tickte, der Puls auch. „Ich war ziemlich nervös, vor allem heute Morgen. Es war geschwollen, steif und schwer zu bewegen. Wir haben daher die Untersuchungen gemacht, um sicherzugehen, dass nichts Ernstes passiert ist und ich spielen kann. Als ich das Okay bekam, sah ich die Physios, wir haben es richtig getaped – sehr solide. Ich habe einfach so viel wie möglich getan, um mich vorzubereiten.“
Fokus: Schonung statt Ohio, Blick auf New York
Die Turnierplanung dreht sie jetzt auf Sicherheit. Obwohl sie als Finalistin eine Freirunde für Cincinnati erhalten hatte, will sie dort nicht antreten. „Ja, ich plane im Moment nicht, in Cincinnati zu spielen“, sagte sie. „Ich möchte mein Handgelenk jetzt ein wenig pflegen. Es ist sehr nah und plötzlich, in zwei Tagen wieder zu spielen. Ich werde dieses Turnier wohl auslassen und mich auf die kommenden vorbereiten.“
Durch den Sprung auf Platz 24 der Weltrangliste wäre sie bei den US Open gesetzt. Ob sie in der Woche davor noch ein kurzfristiges Vorbereitungsturnier einstreut, lässt sie offen. Für uns wirkt der Kurs klar: Heilung vor Hektik. Sie hat gezeigt, wie hoch ihr Niveau ist; jetzt soll der Körper nachziehen.
