Amanda Anisimova hat in New York eine Niederlage aus Wimbledon eindrucksvoll ausgemerzt. Weniger als zwei Monate nach dem klaren 0:6, 0:6 im Londoner Finale besiegte die Amerikanerin die Weltranglisten-Zweite Iga Swiatek bei den US Open im Viertelfinale mit 6:4, 6:3. Damit steht die 24-Jährige erstmals im Halbfinale dieses Turniers – und erklimmt zugleich ein neues Karrierehoch in der Weltrangliste.
Vom Fehlstart zum Triumph
Beide Sätze begannen für Anisimova mit einem verlorenen Aufschlagspiel. Doch sie reagierte mit Nervenstärke und drehte jedes Mal die Partie, indem sie Swiatek gleich zweimal breakte. Für die Polin, sechsmalige Grand-Slam-Siegerin und Gewinnerin des Cincinnati-Titels im vergangenen Monat, war es das Ende einer Serie von neun Siegen.
Im Platzinterview nach dem Match zeigte sich Anisimova überwältigt: „Playing here is so freaking special. I’ve been having the run of my life here. When I got here I was like, ‘Ok let’s try and get through one round.’ This has been such a dream.“ Die Amerikanerin sprach auch über den Kontrast zu Wimbledon: „To come back from Wimbledon like that is really special to me. I feel like I worked so hard to turn around from that. Today proved everything for me. I can do it. This is really special.“
Der bisher bedeutendste Sieg
Auf der Pressekonferenz nannte Anisimova den Erfolg den wichtigsten ihrer Karriere: „It still feels a bit surreal, for sure. It’s the farthest I’ve gone by far at the US Open, and it’s extremely special. Like, today is definitely the most meaningful victory I’ve had in my life.“
Die 24-Jährige sprach zudem über ihr Selbstvertrauen: „I have that belief in myself and that confidence that I’m able to play at the top level, and I’m able to really go head to head with … the top three, and everyone who’s … in the top ten. I’ve shown that, and I think I was able to prove that to myself time and time again.“
Sprung in die Weltspitze
Dank des Halbfinaleinzugs erhält Anisimova 770 Punkte und verbessert sich mit 4.639 Zählern im Live-Ranking von Platz neun auf Rang fünf. Sicher ist, dass sie bei der nächsten offiziellen Aktualisierung mindestens Sechste sein wird. Nur Jessica Pegula, die ebenfalls die Vorschlussrunde erreicht hat, könnte sie noch überholen.
Anisimova schreibt mit ihrem Erfolg auch amerikanische Tennisgeschichte. Sie ist die erste US-Spielerin seit Serena und Venus Williams im Jahr 2002, die auf allen drei Belägen – Hartplatz, Rasen und Sand – Halbfinals bei Grand Slams erreicht hat. Für sie ist dies mehr als nur ein statistischer Meilenstein: Es markiert den Beginn einer neuen Etappe ihrer Karriere.
