Emma Raducanu stand beim Korea Open dicht vor einem wichtigen Sieg gegen Barbora Krejcikova. Die Britin führte mit einem Satz und 5:2, hatte im Tiebreak sogar drei Matchbälle. Doch am Ende stand eine 4:6, 7:6(10), 6:1-Niederlage – und ein weiterer verpasster Schritt zurück in die Nähe der Top 30 der Weltrangliste.
Krejcikova, die von vielen Fehlern im zweiten Satz beinahe aus dem Rhythmus gebracht worden war, nutzte ihre Chance, drehte das Match und sicherte sich damit ein Viertelfinale gegen Iga Swiatek. Raducanus Einbruch im Entscheidungssatz bleibt als Schlüsselmoment haften.
Muster wiederholt sich
Die Partie in Seoul erinnerte an frühere Rückschläge. Schon in Wimbledon im Juli hatte Raducanu eine ähnliche Führung gegen Aryna Sabalenka aus der Hand gegeben. Auch gegen Topspielerinnen wie Iga Swiatek bei den Australian und French Open oder Elena Rybakina bei den US Open verlor sie deutlich, sobald ihr erster Spielplan nicht aufging.
Es ist nicht die kämpferische Einstellung, die fehlt, sondern eher die Fähigkeit, in kritischen Phasen Alternativen zu finden. Sobald sie in ein negatives Denken rutscht, wirkt sie auf dem Platz oft orientierungslos. Ein Thema, das sie nun wohl mit ihrem neuen Trainer Francisco Roig bearbeiten muss.
Zwischen Hoffnung und Zweifel
Raducanu verzichtete in dieser Woche auf den Einsatz im Billie-Jean-King-Cup, um in Seoul wichtige Punkte für das Ranking zu sammeln. Über weite Strecken sah es danach aus, als würde sich diese Entscheidung auszahlen. Mehr als zwei Stunden lang diktierte sie phasenweise das Geschehen, profitierte von Krejcikovas Doppelfehlern und erspielte sich klare Vorteile.
Doch der Umschwung im zweiten Satz leitete eine erneute Niederlage ein. Am Ende blieb der Eindruck einer Spielerin, die zwar nah dran war, aber den Sack nicht zumachen konnte. Für die 22-Jährige bedeutet das: Auf zum nächsten Versuch. Schon kommende Woche beim WTA-1000-Turnier in China bekommt sie die nächste Gelegenheit, mehr Konstanz in ihre Saison zu bringen.
