Naomi Osaka hat beim Wuhan Open nach einem hart erkämpften Dreisatzsieg gegen Leylah Fernandez offen über den Druck gesprochen, den das Streben nach Weltranglistenpunkten mit sich bringt. Die vierfache Grand-Slam-Siegerin gewann in den schwülen Bedingungen von Wuhan mit 4:6, 7:5, 6:3 und erreichte die zweite Runde – doch ihr Fokus lag nach dem Match weniger auf dem Sieg als auf der psychischen Seite des Sports.
„Natürlich will ich in die Top 10, aber es stresst mich“
Nach ihrer Babypause hat Osaka eine beeindruckende Saison hingelegt und steht kurz vor der Rückkehr in die Top 10 der WTA-Weltrangliste. Dennoch gesteht die 26-Jährige, dass das Thema Ranking sie immer wieder beschäftigt. „Das ist irgendwie der schwierige Teil, mit dem ich heute zu kämpfen hatte“, sagte sie nach dem Match. „Natürlich will ich das Jahr in den Top 10 beenden, aber ich will mich deswegen nicht zu sehr stressen.“
Während der US-Turniere habe sie kaum an Punkte gedacht, erklärte Osaka weiter. „Tomasz (Wiktorowski, mein Trainer) hat mir gesagt, dass es einen kleinen Unterschied macht, ob man als Nummer 16 oder ein bisschen höher gesetzt ist. Also ist das wohl mein Ziel für den Rest des Jahres.“
Dankbarkeit und Emotionen in China
Osaka wurde in Wuhan von den Fans herzlich empfangen, was ihr zusätzlichen Rückhalt gab. „Die Unterstützung war großartig. Ich bin wirklich dankbar. Immer wenn ich nach China komme, spüre ich so viel Liebe. Ich bekomme hier die süßesten Geschenke – es ist einfach eine schöne Energie.“
Das Match fand bei brütender Hitze statt, weshalb die Turnierleitung erneut die „Heat Rule“ anwenden musste. Trotz der schwierigen Bedingungen blieb Osaka fokussiert und fand einen Weg, die Partie zu drehen.
Ihre Worte zeigen, dass selbst eine Spielerin ihres Kalibers den Spagat zwischen Erfolgshunger und mentaler Belastung meistern muss – und dabei Mensch bleibt.
