Die Entscheidung, die großen Turniere auf der WTA- und ATP-Tour über zwölf Tage auszutragen, hat in der Tenniswelt für heftige Diskussionen gesorgt. Viele Profis und Fans kritisieren die Verlängerung der WTA-1000- und ATP-Masters-Events, da sie den ohnehin dichten Spielkalender weiter belasten. Doch Aryna Sabalenka, aktuelle Nummer 1 der Welt, sieht die Sache anders.
„Da ich älter werde, bevorzuge ich wahrscheinlich Turniere über zwei Wochen, damit ich einen zusätzlichen Tag zur Erholung habe“, sagte Sabalenka beim Wuhan Open auf Nachfrage von Tennis365. Das Turnier gehört zu den wenigen WTA-1000-Events, die noch im traditionellen Ein-Wochen-Format ausgetragen werden.
Die 26-jährige US-Open-Siegerin erklärte weiter: „Ich habe Peking ausgelassen, daher bin ich körperlich frisch und könnte jeden Tag spielen. Aber im Laufe der Saison finde ich die längeren Saisons besser – Indian Wells, Miami, Madrid. Vielleicht sollte man am Jahresende aber wieder kürzere Turniere haben.“
Zwischen Belastung und Flexibilität
Viele Spielerinnen und Spieler argumentieren, dass die Verlängerung zwar zusätzliche Ruhetage bringt, gleichzeitig aber die Saison weiter in die Länge zieht. Novak Djokovic, Carlos Alcaraz und Alexander Zverev gehören zu den prominentesten Kritikern des neuen Formats.
Jasmine Paolini, die in Rom ihren ersten WTA-1000-Titel feierte, teilt Sabalenkas gemischte Sichtweise. „Vielleicht wäre die beste Lösung, einige Turniere über zwei Wochen und andere über eine Woche zu spielen“, meinte sie. „Für mich, da ich auch Doppel spiele, sind längere Turniere manchmal besser. Doch wir brauchen auch Zeit, um uns zu erholen und zu trainieren.“
Kampf zwischen Kommerz und Tradition
Aus Sicht der Veranstalter ist die Umstellung ein Erfolg: Mehr Zuschauer, mehr Fernsehrechte, mehr Einnahmen. Für die Fans sind kürzere Meisterschaften jedoch oft spannender, da sie kompakter sind und täglich mehr Spiele bieten.
Noch ist unklar, ob alle großen Meisterschaften künftig über zwölf Tage laufen werden. Mit Paris als einem der letzten ATP-Masters-Events im Ein-Wochen-Format steht die Tour an einem Scheideweg – zwischen sportlicher Belastung und wirtschaftlichen Interessen.
