Coco Gauff hat beim Wuhan Open nicht nur ihren zweiten Titel des Jahres gewonnen – sie hat auch gezeigt, dass Sturheit manchmal zum Erfolg führen kann. Nach dem 6:4, 7:5-Sieg über Jessica Pegula sprach die 21-Jährige offen darüber, wie sie ihren Trainer Jean-Christophe Faurel vom Gegenteil überzeugen wollte. „Ich bin sehr stur“, sagte Gauff lachend bei der Siegerehrung. „JC wollte eigentlich nicht, dass ich nach Asien komme, weil ich ein schwieriges US Open hinter mir hatte. Ich musste ihm das Gegenteil beweisen.“
Der Plan ging auf. Gauff, die bereits die French Open gewonnen hatte, blieb während des gesamten Turniers ohne Satzverlust. Auf ihrem Weg zum Titel besiegte sie Jasmine Paolini, Laura Siegemund, Zhang Shuai und Moyuka Uchijima, bevor sie im Finale gegen Pegula die Oberhand behielt.
Neue Technik, neues Selbstvertrauen
Nach ihrer klaren Niederlage gegen Naomi Osaka in New York hatte Gauff an ihrem Aufschlag gearbeitet – mit Unterstützung des Biomechanik-Experten Gavin MacMillan, der ihren früheren Coach Matt Daly ersetzte. Die Umstellung scheint Wirkung zu zeigen. Schon beim WTA-1000-Turnier in Peking erreichte sie das Halbfinale, ehe sie gegen Amanda Anisimova ausschied.
Faurel, der die US-Amerikanerin seit 2019 betreut, dürfte mit der Entscheidung seiner Spielerin inzwischen versöhnt sein. Der Triumph in Wuhan unterstreicht Gauffs stetige Entwicklung und ihren Willen, Herausforderungen auf ihre eigene Weise anzugehen.
Respekt unter Freundinnen
Gauff nutzte ihre Rede auch, um ihrer Gegnerin Pegula Anerkennung zu zollen: „Du bist die Königin der Drei-Satz-Matches, also wollte ich dich gar nicht so weit kommen lassen“, sagte sie lächelnd. „Als ich auf die Tour kam, warst du eine der Ersten, die mich herzlich willkommen geheißen hat. Das bedeutet mir bis heute viel.“
Mit ihrem Titel in Wuhan festigt Coco Gauff ihren Platz unter den besten Spielerinnen der Welt – und beweist, dass ein starker Wille manchmal der beste Trainer ist.
