Victoria Mboko hat ihre sportliche Durststrecke überwunden. Nach schwierigen Monaten, in denen sie an die Form ihres sensationellen Canadian-Open-Titels anknüpfen wollte, feiert die 18-Jährige nun ein starkes Comeback. Beim Pan Pacific Open in Tokio gewann sie erstmals seit über zwei Monaten wieder zwei Matches in Folge.
Im August hatte Mboko Tennisfans weltweit überrascht, als sie in Montreal mit Siegen über Coco Gauff, Elena Rybakina und Sofia Kenin das Finale erreichte. Dort besiegte sie nach schwachem Start die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka in drei Sätzen und holte mit gerade einmal 18 Jahren ihren ersten WTA-Titel. „Ich habe einfach versucht, ruhig zu bleiben und an mich zu glauben“, sagte sie damals. „Es war surreal, aber ich wusste, dass ich es schaffen kann.“
Nach dem größten Erfolg ihrer Karriere folgten jedoch Verletzungsprobleme und frühe Niederlagen bei den Turnieren in New York, Peking, Wuhan und Ningbo. Der Aufstieg in die Top 30 schien plötzlich weit weg. Nun aber hat sie ihre Spielfreude zurückgefunden – mit einem Auftaktsieg gegen Bianca Andreescu und einem klaren 6:1, 6:1 gegen Eva Lys in Tokio.
Neues Kapitel: Kanadas Nummer eins
Mit diesen Erfolgen kletterte Mboko drei Plätze nach oben und steht erstmals in ihrer Karriere unter den Top 20. Sie übernahm zugleich wieder den Status als Kanadas Nummer eins, den zuletzt Leylah Fernandez innehatte. Fernandez, die vergangene Woche in Osaka triumphierte, liegt nun zwei Positionen dahinter auf Rang 22.
Beide könnten bald direkt aufeinandertreffen: Sollte Fernandez in der zweiten Runde Elena Rybakina schlagen, käme es im Viertelfinale zu einem rein kanadischen Duell. Aktuell führt Mboko mit 1.913 Punkten knapp vor Fernandez (1.821). Selbst ein Sieg über Rybakina würde Fernandez noch nicht an ihr vorbeibringen – erst ein Triumph im direkten Vergleich würde das ändern.
Für Mboko bedeutet das: Sie hat es selbst in der Hand, ihren Platz an Kanadas Spitze zu verteidigen.
