Ein Virus statt eines sportlichen Einbruchs bestimmte Iga Swiateks frühes Aus beim WTA-1000-Turnier in Madrid. Die Weltranglisten-Vierte gab am Samstag in der dritten Runde gegen Ann Li auf, als sie mit 6:7(4), 6:2, 0:3 zurücklag. Im Manolo Santana Stadium verließ die Polin den Platz unter Tränen.
Körperliche Grenzen statt taktischer Probleme
Swiatek hatte noch zwei Tage zuvor Daria Snigur klar mit 6:1, 6:2 geschlagen. Gegen die Weltranglisten-34. Li kippte das Bild jedoch im dritten Satz deutlich. Nach drei verlorenen Spielen nahm Swiatek eine medizinische Auszeit, der Turnierarzt überprüfte ihre Werte. Danach entschied sie sich zur Aufgabe.
„Ich habe mich in den letzten zwei Tagen schrecklich gefühlt“, sagte Swiatek. „Ich glaube, ich habe irgendeine Art Virus.“ Sie erklärte, sie wolle vorsichtig sein, weil es offenbar auch in der Umkleidekabine etwas gebe, „ein Virus, das irgendwo unterwegs ist“.
Besonders deutlich wurde, dass sie nicht nur müde war. „Heute fühlte es sich so an, als hätte ich null Energie, null Stabilität“, sagte sie. Bereits am Vortag sei es schlimmer gewesen. Sie habe gehofft, dass es am Spieltag besser werde, „aber nicht genug, um so viel zu spielen“.
Ein enttäuschendes Ende nach gutem Gefühl
Sportlich war Madrid für Swiatek damit kaum zu bewerten. Vor dem Turnier habe sie sich auf dem Platz gut gefühlt und Fortschritte gesehen. „Es ist schade für mich zu sehen, dass ich nicht spielen kann, dass ich nicht in der Lage dazu bin“, sagte sie. „Es gibt ehrlich gesagt nicht viele positive Dinge mitzunehmen.“
Ihre Aufgabe zeigt auch, wie schmal der Abstand zwischen Form und Belastbarkeit im Spitzentennis ist. Swiatek wollte es versuchen, weil sie in ihrer Karriere schon öfter krank gespielt und dennoch gewonnen hatte. Diesmal reichte der Wille nicht.
Der Blick richtet sich auf Rom
Swiatek will sich nun zuerst erholen. Über die genaue Vorbereitung auf Rom hatte sie nach dem Match noch nicht mit ihrem Team gesprochen. „Das Erste ist, dass ich mich erhole“, sagte sie. Sie hoffe, das Virus in wenigen Tagen loszuwerden und „in drei oder vier Tagen“ wieder bereit für Training zu sein.
Im dritten Satz seien Schwindel, verschwommenes Sehen und Koordinationsprobleme dazugekommen. „Ich konnte nicht einmal etwas trinken“, sagte Swiatek. Weiterzuspielen habe unter diesen Umständen keinen Sinn mehr gehabt.
