Emma Raducanus Rückkehr auf die WTA-Tour hat nicht den erhofften Neustart gebracht. Nach mehr als zwei Monaten Pause verlor die Britin in Straßburg gegen Diane Parry mit 4:6, 6:7 (4) und reist damit ohne Sieg im Rücken zu den French Open.
Ein Comeback mit sichtbarem Rost
Raducanu hatte seit Indian Wells im März kein Match mehr bestritten. Eine postvirale Erkrankung stoppte sie über Wochen. Beim Italian Open schien ihre Rückkehr bereits geplant, doch sie zog weniger als eine Stunde nach ihrer Pressekonferenz vor dem Turnier zurück.
In Straßburg stand sie nun wieder auf dem Platz, inzwischen auch erneut mit Andrew Richardson an ihrer Seite. Richardson führte sie 2021 zum US-Open-Titel, doch die alte Verbindung brachte nicht sofort Stabilität. Gegen Parry fehlten Raducanu über weite Strecken Rhythmus und Konstanz.
Auf dem Papier wirkte die Aufgabe machbar. Parry steht nur knapp in den Top 100, auch wenn sie früher bereits Platz 48 erreichte. Die Französin kam jedoch mit Selbstvertrauen, nachdem sie in der Vorwoche ein WTA-125-Turnier in Paris gewonnen hatte. Genau diese Sicherheit war in den wichtigen Momenten sichtbar.
Der Aufschlag bleibt die Baustelle
Raducanus größte Probleme lagen beim eigenen Service. Neun Doppelfehler und nur 36,7 Prozent gewonnene Punkte nach dem zweiten Aufschlag machten es schwer, Druck aufzubauen. Dennoch kämpfte sie sich immer wieder in die Partie zurück.
Sie wehrte 16 von 21 Breakbällen ab und nahm Parry viermal den Aufschlag ab. Besonders positiv war, dass sie im zweiten Satz zurückbreakte, als Parry bereits zum Match servierte. Nach mehr als zweieinhalb Stunden war die Niederlage trotzdem besiegelt.
Paris kommt zu früh
Für die Weltrangliste ist das Ergebnis ein weiterer Dämpfer. Raducanu liegt in der Live-Rangliste derzeit auf Platz 37 und wird bei Roland Garros nicht gesetzt sein. Dort kam sie bisher nie über die zweite Runde hinaus.
Mit nur einem Match vor dem Grand Slam ist ihre Vorbereitung alles andere als ideal. Realistischer wirkt daher, dass Raducanu den Blick schon bald stärker auf die Rasensaison richtet, wo ihr Spiel grundsätzlich mehr Wirkung entfalten kann.
