Anastasia Potapova kritisiert Medienboykott bei den French Open

by Faruk Imamovic
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Anastasia Potapova kritisiert Medienboykott bei den French Open
© TheTennisLetter/X/Fair Use

Anastasia Potapova hat sich bei den French Open klar vom Medienboykott mehrerer WTA-Topspielerinnen distanziert. Während einige Spielerinnen ihre Pressepflichten vor dem Turnier auf 15 Minuten begrenzten, um gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Beteiligung an Grand-Slam-Einnahmen zu protestieren, hält die Russin diese Form des Protests für falsch adressiert.

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Der Hintergrund: Spielerinnen fordern, dass die Grand Slams den Anteil für Preisgeld von 15,5 Prozent auf 22 Prozent erhöhen. Potapova stellte jedoch infrage, warum ausgerechnet Medienvertreter davon betroffen sein sollten.

Potapova kritisiert den Adressaten des Protests

Die Weltranglisten-30., die zuletzt in Linz im Finale stand und beim Madrid Open das Halbfinale erreichte, sprach am Sonntag mit Reportern. Auf die Frage, ob sie Teil des Boykotts sei, antwortete sie deutlich: „Wenn Sie meine ehrliche Meinung dazu hören wollen, denke ich, dass die Medienleute nichts mit unserem Preisgeld zu tun haben. Sie bezahlen uns nicht, richtig? Wie können wir also jemanden boykottieren, der auch vom selben Turnier bezahlt wird?“

Potapova ergänzte: „Ich denke, für mich ist das ein bisschen Unsinn, also bin ich nicht wirklich dabei, deshalb bin ich hier und spreche mit Ihnen so viel, wie ich möchte.“

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Potapovas Aussage ist deshalb relevant, weil sie nicht die Forderung nach mehr Preisgeld direkt angreift, sondern die Methode. Ihr Punkt: Wenn das Problem bei der Einnahmenverteilung der Grand Slams liegt, dann trifft eine Einschränkung der Medienarbeit nicht automatisch die richtige Stelle. Dadurch verschiebt sie die Debatte weg von Solidarität und hin zur Frage, ob der Protest taktisch sinnvoll ist.

Das ist auch für die Außenwirkung wichtig. Aryna Sabalenka sagte am Freitag, sie „kämpfe für diejenigen, die leiden“. Iga Swiatek erklärte, sie habe sich dem Protest angeschlossen, um „den niedriger eingestuften Spielerinnen und der ganzen Struktur“ zu helfen. Coco Gauff begrenzte ihre Medienpflichten ebenfalls auf 15 Minuten. Potapovas Widerspruch zeigt nun, dass es innerhalb des Feldes keine einheitliche Linie zur Umsetzung gibt.

Sportlicher Rahmen bleibt bestehen

Neben der Debatte steht Potapova in Paris vor ihrem eigenen Auftakt. Sie soll in der ersten Runde gegen Maya Joint spielen. Ihre klare Position vor Turnierbeginn sorgt dafür, dass ihr Start nicht nur sportlich, sondern auch politisch im Tennisumfeld begleitet wird.

Anastasia Potapova French Open
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