Amanda Anisimovas Rückzug verändert den Charakter der Berlin Open noch vor dem ersten Ballwechsel. Die Amerikanerin sollte beim WTA-500-Turnier an Position vier gesetzt sein und hatte in der unteren Hälfte des Tableaus zunächst ein Freilos für die erste Runde erhalten. Danach hätte sie gegen eine Qualifikantin oder Wildcard-Spielerin Paula Badosa antreten sollen.
Am Sonntagmorgen bestätigten die Organisatoren jedoch ihre Absage. Damit ist Anisimova bereits die dritte Top-10-Spielerin, die für das hochklassig besetzte Turnier ausfällt. Ihr Platz in der Setzliste geht an Coco Gauff, die nun ebenfalls erst in Runde zwei beginnt und dort auf Badosa oder eine Qualifikantin trifft.
Warum die Absage das Tableau spürbar verschiebt
Der Rückzug hat mehrere direkte Folgen. Gauff rückt in Anisimovas Position, während Diana Shnaider Gauffs bisherigen Platz übernimmt und nun an Nummer neun gesetzt ist. Shnaider startet gegen Wildcard-Spielerin Nicola Bartunkova. Zusätzlich wird eine Lucky Loserin in das Hauptfeld aufrücken.
Solche Verschiebungen sind mehr als reine Formalitäten. Ein Freilos kann in einer Turnierwoche auf Rasen wertvoll sein, weil Spielerinnen weniger früh in den Wettkampf finden müssen und zugleich zusätzliche Anpassungszeit erhalten. Für Gauff bedeutet die neue Ausgangslage deshalb eine veränderte Vorbereitung: weniger unmittelbarer Matchdruck, dafür ein klarer Blick auf ein Duell mit Badosa oder einer Qualifikantin.
Mehrere Ausfälle, aber weiterhin ein starkes Feld
Ursprünglich standen neun der aktuellen Top-10-Spielerinnen auf der Meldeliste. Zuvor hatte bereits Mirra Andreeva abgesagt. Die frisch gekrönte French-Open-Siegerin und Weltranglistenfünfte erklärte: „Mein Team und ich haben entschieden, uns mehr Zeit zum Ausruhen, Erholen und zur besseren Vorbereitung auf Rasen zu nehmen. Ich werde die Zeit in Berlin vermissen. Hoffentlich bin ich nächstes Jahr wieder dabei!“
Auch Victoria Mboko fällt aus. Die Weltranglisten-Neunte zog sich bei einem Sturz bei den HSBC Championships in London eine schwere Knieverletzung zu, die auch ihren Wimbledon-Start verhindert. Belinda Bencic fehlt wegen Problemen am rechten Knöchel und linken Knie. Jasmine Paolini und Sorana Cirstea haben ebenfalls zurückgezogen.
Trotzdem bleibt Berlin prominent besetzt. Aryna Sabalenka führt das Feld an und trifft in ihrem ersten Match auf Ekaterina Alexandrova oder Anastasia Potapova. Elena Rybakina bekommt es zunächst mit Donna Vekic oder Alex Eala zu tun. Bei Vekic bestehen allerdings Zweifel, da sie am Sonntag noch im Queen’s-Club-Finale gegen Emma Raducanu steht.
