Serena Williams hat bereits gezeigt, dass ihr Comeback kein einfacher Weg werden würde. Doch die 23-malige Grand-Slam-Siegerin liefert ihren Fans weiterhin Gründe für die Hoffnung auf einen weiteren großen Auftritt.
Die 44-Jährige kehrte im Juni nach fast vierjähriger Pause in den Profisport zurück. Zunächst trat sie im Doppel beim Queen’s Club und später in Berlin an. Anschließend nahm sie eine Wildcard für das Wimbledon-Einzel an und bestritt damit erstmals seit den US Open 2022 wieder ein Einzelmatch.
Diese Partie endete mit einer Niederlage in drei Sätzen gegen Maya Joint. Zudem erlitt Williams eine Knieverletzung, die sie zum Rückzug aus dem Wimbledon-Doppel zwang. Dort hätte sie an der Seite ihrer Schwester Venus Williams antreten sollen.
Die Verletzung ließ Zweifel an ihrem weiteren Sommerprogramm aufkommen. Serena kehrte jedoch rechtzeitig zurück, um in Cincinnati wieder gemeinsam mit Venus auf dem Platz zu stehen. Die Schwestern unterlagen Marta Kostyuk und Peyton Stearns mit 2:6, 6:1, 8:10. Serena bewegte sich dabei allerdings gut und machte körperlich einen stabilen Eindruck.
Damit stellt sich vor den US Open die naheliegende Frage: Wird Williams in New York auch im Einzel zurückkehren?
Eubanks sieht positive Zeichen bei Serena
Chris Eubanks glaubt, dass die Antwort fast vollständig davon abhängen wird, wie ihr Körper auf die Belastung reagiert.
“I don’t see a way that they play doubles in Cincinnati and don’t play at the US Open,” sagte Eubanks im Podcast „Big T“.
“To me, I don’t think you come together and play in Cincinnati and don’t try to play in New York.”
Eubanks rechnet damit, dass die Williams-Schwestern auch bei den US Open gemeinsam im Doppel antreten werden. Serenas Entscheidung für das Einzel sei dagegen weniger sicher.
“I definitely look forward to hopefully seeing them in New York. In terms of Serena in singles, I think everyone kind of knows, if Serena wants to play singles then she is going to play singles.”
Der frühere ATP-Spieler verwies auf Wimbledon als Beispiel. Serena hatte mit der Annahme ihrer Wildcard gewartet und sich erst entschieden, als sie sich bereit genug für einen Wettkampf fühlte.
Für Eubanks lieferte der Auftritt in Cincinnati einige ermutigende Signale.
“The knee looked fine yesterday; Serena was crossing and pouring in doubles more than I had ever seen her,” sagte er.
Gleichzeitig betonte er, dass ein einzelnes Match bei einer 44-jährigen Spielerin nach einer Verletzung nicht die gesamte Situation abbilden könne. Die größere Prüfung folge am nächsten Morgen, wenn der Körper Zeit gehabt habe, auf die körperlichen Anforderungen des Wettkampfs zu reagieren.
“I think based on how she feels today will probably have a huge part in whether we are able to see her on a singles court in New York,” erklärte Eubanks.
Diese vorsichtige Einschätzung teilen auch andere Stimmen aus der Tenniswelt. Kim Clijsters sagte kürzlich, es sei bereits positiv, Serena nach ihrem Knieproblem in Wimbledon wieder gesund und auf hohem Niveau im Wettkampf zu sehen. Serenas Trainerin Rennae Stubbs machte zudem deutlich, dass Williams ihr Einzel-Comeback fortsetzen möchte. Die US Open seien dabei ein naheliegendes Ziel, sofern ihr Körper dies zulässt.
New York war für Williams immer etwas Besonderes
New York wäre zweifellos ein besonderer Ort für einen weiteren Einzelauftritt.
Williams gewann dort 1999 als 17-Jährige ihren ersten Grand-Slam-Titel. Im Finale besiegte sie Martina Hingis. Später triumphierte sie bei den US Open 2002, 2008, 2012, 2013 und 2014 erneut.
Mit sechs Einzeltiteln teilt sie sich mit Chris Evert den Rekord für die meisten Erfolge einer Spielerin in der Open Era. Zudem hat Williams in New York 108 Einzelmatches gewonnen – mehr als bei jedem anderen Grand-Slam-Turnier.
Die Verbindung zwischen Serena und dem Turnier war stets emotional. In der Vergangenheit bezeichnete sie die US Open als besonderen Wettbewerb, weil sie dort ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen habe. Außerdem sprach sie über die zusätzliche Motivation, die ihr Auftritte in der Heimat geben.
Dieses Gefühl könnte nun eine noch größere Rolle spielen. Serena hat während ihres Comebacks wiederholt betont, dass Siege nicht mehr der einzige Grund für ihre Rückkehr seien. Sie wolle den Wettkampf erneut genießen und ihren Töchtern die Möglichkeit geben, sie auf dem Platz zu sehen.
Nach dem Doppelmatch in Cincinnati erklärte Williams, sie wolle Spaß haben, herausfinden, wie sie und Venus sich auf dem Platz fühlten, und den Fans eine weitere Gelegenheit geben, die beiden gemeinsam zu erleben.
Nur wenige Experten werden erwarten, dass eine 44-Jährige nach langer Pause und einer erst kürzlich erlittenen Knieverletzung über zwei Wochen hinweg sofort die besten Spielerinnen der Welt im Grand-Slam-Einzel herausfordern kann.
Dennoch sehen sowohl Eubanks als auch Clijsters positive Anzeichen. Serenas Bewegungen in Cincinnati waren ermutigend, und ihre Erfahrung in New York ist nahezu einzigartig.
Ob das für einen weiteren Einzelauftritt reicht, bleibt offen. Die entscheidende Frage ist nicht Serenas Wunsch zu spielen, sondern ob ihr Körper die wiederholten Matches verkraftet. Sollte das Knie gut auf die Belastung reagieren, dürfte ein weiterer Auftritt unter dem Flutlicht des Arthur Ashe Stadiums für Williams nur schwer abzulehnen sein.
