Elena Rybakina kann bei den US Open erstmals die Spitze der WTA-Weltrangliste übernehmen. Dafür muss die Weltranglistenzweite in New York das Halbfinale erreichen. Dennoch beginnt ihr Turnier nicht mit einer mathematischen Aufgabe, sondern mit einer körperlichen Prüfung: Nach ihrer verletzungsbedingten Aufgabe in Cincinnati konnte sie eine Woche lang nicht spielen.
Der Aufstieg liegt in ihrer Hand
Rybakina gehört mit Aryna Sabalenka, Jessica Pegula und Coco Gauff zu vier Spielerinnen, die in New York um Platz eins kämpfen. Gauff gewann zuletzt in Cincinnati, Pegula erreichte dort das Finale. Rybakina ist trotzdem nicht von den Resultaten der Konkurrentinnen abhängig. Ein Halbfinaleinzug würde sie zur 30. Nummer eins der WTA-Geschichte machen.
Ähnliche Chancen ließ sie in dieser Saison bereits verstreichen. Nach ihrem Titel bei den Australian Open hätte sie Sabalenka bei den French Open überholen können, schied jedoch in der zweiten Runde aus. In Wimbledon endete ihr Turnier in Runde drei, weitere Möglichkeiten ergaben sich in Kanada und Cincinnati.
Die Kasachin will diese Konstellationen bewusst ausblenden. „Ich prüfe die Rangliste oder die Punktesituation nicht genau, aber hauptsächlich durch die Medien weiß ich, was ich erreichen sollte, wie die anderen spielen sollten; es gibt all die verschiedenen Szenarien“, sagte Rybakina.
Der Fuß bestimmt den realistischen Maßstab
In Cincinnati musste Rybakina ihr Viertelfinale gegen Iga Swiatek wegen Fußbeschwerden beim Stand von 1:4 beenden. Das Auftreten war zunächst so schmerzhaft, dass sie einige Tage kaum gehen konnte. Nach Beratungen mit mehreren Ärzten konzentrierte sie sich auf Reha und Training im Fitnessraum, ehe sie schrittweise auf den Platz zurückkehrte.
„Ich habe eine ganze Woche nicht gespielt, und wir haben verschiedene Ärzte konsultiert“, erklärte sie. Die Reaktion des Fußes sei zunächst unklar gewesen, besonders beim Aufschlag. Inzwischen fühle sie sich bei ihren täglichen Entscheidungen über Belastung und Training sicherer. „Ich habe das Gefühl, dass es nur noch ein paar Tage sind und mir sollte es sehr gut gehen.“
Ihr erstes Match ist für Dienstag gegen die amerikanische Wildcard-Spielerin Theo Frodin angesetzt. Damit verschiebt sich die zentrale Frage: Nicht die Ranglistenrechnung entscheidet über Rybakinas Chancen, sondern ob sie ihre Bewegungen und den Aufschlag wieder ohne Einschränkung ausführen kann. Der mögliche Sprung auf Platz eins bleibt bedeutend, doch ein gesund absolviertes Auftaktmatch ist die Voraussetzung für jeden weiteren Schritt. Die Weltranglistenfrage begleitet sie dennoch durch jede Runde. Nach den vergebenen Möglichkeiten bei drei großen Turnieren bietet New York erstmals einen von ihrem eigenen Abschneiden abhängigen Weg an die Spitze.
