Eva Lys fordert leichteren Zugang zum Tennis in Deutschland

by Faruk Imamovic
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Eva Lys fordert leichteren Zugang zum Tennis in Deutschland
© Beaut_athletes/X/Fair Use

Eva Lys hat am Rande der US Open eine Debatte angestoßen, die weit über ihr Zweitrundenmatch gegen Mirra Andreeva hinausreicht. Die 24-Jährige sieht im deutschen Tennis ein grundlegendes Zugangsproblem: Wer spielen und regelmäßig trainieren möchte, brauche häufig finanzielle Möglichkeiten, die viele junge Menschen nicht besitzen.

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„Tennis ist in Deutschland ein sehr, sehr privilegierter Sport und zugänglich meist nur für Menschen, die sich das auch leisten können“, sagte Lys in New York. Ihre Kritik richtet sich damit nicht gegen einzelne Vereine, sondern gegen eine Struktur, in der Platzkosten und Trainingsbedingungen den Einstieg sowie das dauerhafte Spielen erschweren.

Der Vergleich mit New York fällt deutlich aus

Lys verwies auf Freunde, die inzwischen studieren und sich Tennis nicht mehr leisten könnten. Sie habe das Thema bereits häufig mit anderen deutschen Profis besprochen. In den USA erlebt sie eine andere Alltagskultur rund um den Sport, besonders wegen der vielen frei nutzbaren Außenplätze in New York.

„Es ist hier viel einfacher, Tennis zu spielen. Es ist viel zugänglicher“, sagte die Hamburgerin. Ihre Beobachtung beschreibt keine vollständige Bestandsaufnahme des amerikanischen Systems. Sie zeigt jedoch, welchen Unterschied sichtbare und kostenlos nutzbare Plätze für die Wahrnehmung eines Sports machen können.

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Für den deutschen Tennisnachwuchs ist das entscheidend. Talente können nur entdeckt werden, wenn Kinder überhaupt Zugang zu Schläger, Platz und regelmäßiger Spielzeit erhalten. Wird Tennis früh als teure Spezialdisziplin erlebt, verkleinert sich die Basis, aus der später Vereine und Leistungssport schöpfen können.

Lys verbindet Kritik mit eigener Erfahrung

Die Weltranglistenspielerin hatte bereits die Bedingungen in ihrer Heimatstadt Hamburg beanstandet. Die Professionalität für Spitzentennis sei dort „einfach nicht vorhanden“, erklärte sie. Vor etwa zwei Monaten zog Lys deshalb nach Monaco, wo sie bessere Trainingsmöglichkeiten vorfindet.

Ihr persönlicher Schritt unterstreicht zwei Ebenen des Problems. An der Spitze geht es um professionelle Infrastruktur, im Breitensport um bezahlbare Gelegenheiten. Beides hängt zusammen, weil ein kleiner Zugang unten langfristig auch die Auswahl oben begrenzt.

Sportlich wartet am Donnerstag French-Open-Siegerin Mirra Andreeva in der zweiten Runde der US Open. Dieses Duell bleibt Lys' unmittelbare Aufgabe. Ihre Aussagen sorgen jedoch dafür, dass ihr Auftritt in New York noch eine zweite Bedeutung erhält.

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