Aryna Sabalenka reiste mit mehr Fragezeichen als sonst zu den US Open. Doch Greg Rusedski ist überzeugt, dass die Weltranglistenerste ihren Konkurrentinnen nach einem überzeugenden Auftaktsieg in New York bereits wieder Anlass zur Sorge gibt.
Die 28-Jährige startete ihren Versuch, den dritten US-Open-Titel in Folge zu gewinnen, mit einem 6:2, 6:4-Erfolg gegen Camila Osorio im Arthur Ashe Stadium. Sabalenka kontrollierte die Partie über weite Strecken und zog ohne Entscheidungssatz in die zweite Runde ein. Das war nach einer wechselhaften Phase vor dem letzten Grand-Slam-Turnier der Saison besonders wichtig.
Der Start in das Jahr 2026 war für die Belarussin sehr erfolgreich verlaufen. Sabalenka gewann die Turniere in Brisbane, Indian Wells und Miami. Nach April ließ ihr Niveau jedoch nach, sodass sie mit einer Bilanz von 17:7 seit diesem Zeitpunkt nach New York kam. Zudem hatte sie seit Miami kein Finale mehr erreicht, während Spielerinnen wie Elena Rybakina, Coco Gauff und Iga Swiatek den Druck auf sie erhöhten.
Rusedski lobt Sabalenkas Auftaktsieg
Experten, ehemalige Tennisstars und Analysten äußerten sich zur Partie von Aryna Sabalenka und kamen dabei zu unterschiedlichen Einschätzungen. Die positiven Stimmen überwogen jedoch.
Rusedski glaubt, dass die erste Runde eindrucksvoll gezeigt hat, wozu Sabalenka auf einem Belag und bei einem Turnier fähig ist, bei dem sie in der Vergangenheit große Erfolge gefeiert hat.
“She’s still had a pretty good season so far this year,” sagte Rusedski in der Sendung „Off Court with Greg Rusedski“.
“Yes, she hasn’t won the major she’s wanted or the big titles out there. She was doing just fine until the hard-court swing in America finished, and then from thereon in, she’s had a little bit up and down, but everybody is going to have that in their career, no matter how good they are.
But this is the best I’ve seen Sabalenka play in a little while.”
Der ehemalige Weltranglisten-Vierte betonte außerdem, dass das Teilnehmerfeld zahlreiche Spielerinnen umfasst, die stark in das Turnier gestartet sind. Swiatek, Amanda Anisimova und Linda Noskova gehörten zu den Namen, die er nannte. Der Weg zum Titel wird für Sabalenka damit alles andere als einfach.
“The good news for Sabalenka is that she loves New York, her record there is second to none, and this is kind of the redemption Slam for her.
Watch out, I think she’s coming in to win this one, and she’s looking good at the moment.”
Sabalenka hat sich ihren besonderen Ruf in New York durch ihre Ergebnisse erarbeitet. 2024 gewann sie den Titel mit einem Finalsieg gegen Jessica Pegula, ein Jahr später verteidigte sie die Trophäe gegen Anisimova. Einschließlich des Erfolgs gegen Osorio hat sie nun 14 abgeschlossene Einzelmatches bei den US Open in Folge gewonnen.
Die Titelverteidigerin will die erste Frau seit Serena Williams werden, die drei US-Open-Titel im Einzel hintereinander gewinnt. Gleichzeitig kämpft Sabalenka bei diesem Turnier noch um ihren ersten Grand-Slam-Triumph im Jahr 2026, obwohl sie in dieser Saison bereits drei Turniere gewonnen hat.
Sabalenka weiß um den Druck der Favoritenrolle
Die erfahrene Belarussin hat bereits über den Druck gesprochen, der damit einhergeht, zu den Spielerinnen zu gehören, die alle besiegen wollen. Vor den US Open betonte sie, dass die Spitzenposition ihren Gegnerinnen zusätzliche Motivation verleiht.
“You have the target on your back. Everyone wants to beat you,” sagte Sabalenka in Cincinnati.
“But I feel like it’s the same if you’re No. 1, No. 2, or No. 10. It doesn’t really matter what the ranking is anyway; when you go out there on the court, everyone wants to beat you.
It’s just extra motivation for others to go out there and be fearless and play their best tennis. You have to deal with players performing their best. You have to deal with that and get the job done.”
Rusedski ist zudem der Meinung, dass Sabalenka ihr Tennis nicht unnötig kompliziert gestalten sollte. Zwar habe sie in diesem Jahr gemeinsam mit Max Mirnyi versucht, ihrem Spiel weitere Elemente hinzuzufügen. Dennoch gebe es aus seiner Sicht wenig Anlass, sich zu weit von den Stärken zu entfernen, die sie an die Spitze der Weltrangliste geführt haben.
“Sometimes you need to keep things simple. If you’ve got a system or a game that works, you’re dominating, you’re number one; yes, you’re always adding little dimensions in, and depending on who you’re playing, you change it up a bit, but you stick with your A-game, and you make those little changes if necessary.”
In der zweiten Runde trifft die 28-Jährige auf Polina Iatcenko. Die Russin setzte sich zuvor in der Qualifikation durch und bezwang anschließend Renata Zarazua in drei Sätzen – in ihrem ersten Hauptfeldmatch bei einem Grand-Slam-Turnier.
Die belarussische Tennisspielerin nimmt jede Aufgabe ernst. Daher besteht kaum ein Zweifel daran, dass sie das Spiel ihrer Gegnerin genau analysiert hat und alles daransetzen wird, auch diese nächste Hürde zu überwinden.
