Aryna Sabalenka gilt für viele als prägende Figur im Frauen-Tennis.
Ihr Erfolg in den vergangenen Jahren ist einer der Gründe dafür, dass sie regelmäßig im Mittelpunkt steht. Die Belarussin musste zuletzt mit einigen Problemen umgehen, scheint aber nicht zuzulassen, dass diese sie zu sehr beeinträchtigen.
Sabalenka reiste nach einer schwierigen Saisonphase mit entsprechendem Druck zu den US Open. Der ehemalige Weltranglistenerste Marat Safin glaubt, einen der Gründe für ihre jüngsten Schwierigkeiten zu kennen.
Die 28-Jährige war 2026 in herausragender Form in die Saison gestartet: 23 ihrer ersten 24 Matches gewann sie, zudem holte sie drei Titel – darunter die Turniere in Indian Wells und Miami. Nach März wurde die Situation jedoch komplizierter. Seit ihrem Miami-Open-Sieg gegen Coco Gauff konnte die Belarussin kein weiteres Turnier mehr gewinnen.
Auch bei den Grand-Slam-Turnieren erlebte Sabalenka schwierige Momente. Bei den French Open unterlag sie im Viertelfinale Diana Shnaider, nachdem sie den ersten Satz gewonnen hatte. In Wimbledon war im Achtelfinale gegen Naomi Osaka Endstation.
Safin glaubt, dass Sabalenka eine Auszeit braucht
Marat Safin, zweifacher Grand-Slam-Champion und ehemalige Nummer eins der ATP-Weltrangliste, erklärte, die große Aufmerksamkeit und der Erfolg könnten Sabalenka mental ermüdet haben.
„I think Aryna has just had too much going on lately,“ sagte Safin in einem Auftritt auf dem YouTube-Kanal First&Red. Seine Aussagen wurden aus dem Russischen übersetzt.
„She’s gotten a bit worn out by the whole situation.
I think she needs to recharge, because that much attention and winning so much is something not everyone can handle.
And we people from the post-Soviet space aren’t really used to that.“
Der erfahrene Russe betonte später, dass eine kurze Pause vom Tennis hilfreich sein könnte.
„You can go to the city, or to the seaside, or go to Ibiza; it doesn’t matter. There is no universal master key to the answers; it depends on where a person needs to go.
Most likely, silence is best. Because ultimately, you need to meet your true self rather than running away from yourself.
If you sit alone with yourself for a week, I think all your inner demons will start to surface. She’s the one who deals with them; only she knows how. But they will come out.“
Sabalenka selbst hatte bereits nach Wimbledon von ihrem Wunsch nach einer Pause gesprochen. Nach ihrer glatten Niederlage gegen Osaka sagte die vierfache Grand-Slam-Siegerin, sie wolle sich für eine gewisse Zeit vom Tennis zurückziehen.
„I want to get completely drunk, forget about tennis, and try to get better,“ sagte Sabalenka.
Anschließend legte die Belarussin rund einen Monat Pause ein, bevor sie auf die Hartplatz-Tour zurückkehrte. Vor dem Turnier in Toronto erklärte sie, die Auszeit habe ihr geholfen, sich wieder auf die Grundlagen zu besinnen und neue Motivation für die zweite Saisonhälfte zu schöpfen.
Ihre Ergebnisse erreichten jedoch nicht sofort wieder das Niveau vom Saisonbeginn. In New York trat Sabalenka dennoch als zweimalige Titelverteidigerin der US Open an – und mit einer weiteren Chance, ihrer Saison eine neue Richtung zu geben.
Sabalenka fühlt sich mental wieder stärker
Die Nummer eins der Welt ist in New York überzeugend gestartet. In der ersten Runde bezwang sie Camila Osorio mit 6:2, 6:4. Gegen die Qualifikantin Polina Iatcenko gab sie anschließend nur zwei Spiele ab und setzte sich nach 54 Minuten mit 6:1, 6:1 durch.
Nach ihrem Sieg in der zweiten Runde räumte Sabalenka ein, dass die Saisonmitte nicht einfach gewesen sei. Zugleich betonte sie, sich inzwischen anders zu fühlen.
„I think I struggled a little bit in the middle of the season. Once again, I'm not going to defend myself or explain why, what happened, but I'm happy with my level.
I can definitely say that mentally I'm way stronger than I was in the middle of the season, and physically I also feel stronger. I feel like I'm on my level of play, and I just want to bring the right focus on the match every time.“
Sabalenka erklärte außerdem, dass sie sich davon lösen wolle, von sich selbst perfektes Tennis zu erwarten.
„I've been working really hard, but I feel like I'm kind of moving away from trying to be perfect on court. I know that you cannot be perfect, and I'm just trying to work with what I have right now.“
Die 28-Jährige kämpft um ihren dritten US-Open-Titel in Folge. Sollte ihr dies gelingen, würde sie sich in der Profiära bei den Frauen Serena Williams und Chris Evert anschließen, denen ebenfalls drei aufeinanderfolgende US-Open-Titel im Einzel gelungen sind.
Ihre nächste Gegnerin ist Kamilla Rakhimova aus Usbekistan. Im direkten Vergleich führt Sabalenka mit 3:0. Von den sieben gespielten Sätzen gewann sie sechs.
