Aryna Sabalenka hat nach ihrem Drittrundenmatch gegen Kamilla Rakhimova an die Zuschauer der US Open appelliert, Cannabis nicht in der Nähe der Tennisplätze zu konsumieren. Die Weltranglistenerste unterbrach die Partie, weil ein starker Geruch auf den Court zog. Woher er genau kam, konnte sie wegen des Windes nicht bestimmen.
Konzentration unter ungewohnten Bedingungen
Sabalenka erklärte nach dem Match, dass die Situation ihre Arbeit unmittelbar beeinträchtigt habe. „Ihr könnt tun, was ihr wollt, rauchen, was ihr wollt, und euch entspannen, wie ihr wollt, aber bitte macht es nicht in der Nähe der Tennisplätze“, sagte die zweimalige US-Open-Siegerin.
Die Belarussin bezeichnete es als unangenehm und peinlich, einen solchen Geruch aushalten zu müssen, während sie ihre bestmögliche Leistung abrufen wolle. Der Wind habe die Ausdünstungen ins Stadion getragen. Ihre Aussage zielt damit nicht auf eine allgemeine Debatte über den Konsum, sondern auf die Spielbedingungen eines Grand-Slam-Turniers.
Aryna Sabalenka had to speak to the umpire mid-match at the U.S. Open due to someone smoking weed:
“Someone is smoking weed. Do you mind? Because it’s so strong.”
pic.twitter.com/Fx2JnzZ6QNADVERTISEMENT— The Tennis Letter (@TheTennisLetter) September 4, 2026
Mannarino meldet dasselbe Problem
Sabalenka ist mit ihrer Beobachtung nicht allein. Adrian Mannarino nahm den Geruch ebenfalls wahr, als er auf Court 7 gegen Alexander Bublik ausschied. Der 40-jährige Franzose kritisierte zusätzlich, dass sich Zuschauer inzwischen während der Punkte bewegten, miteinander sprächen und jederzeit in den Courtbereich kämen.
Mehrere ähnliche Beschwerden zeigen, dass die Organisatoren nicht nur auf einen einzelnen Zwischenfall reagieren müssen. Außenplätze lassen sich kaum vollständig von ihrer Umgebung abschirmen. Trotzdem können Kontrollen, Hinweisschilder und klare Abstände zu den Courts das Risiko reduzieren, dass Rauch oder Gerüche in die unmittelbare Wettkampfzone gelangen.
New Yorks Atmosphäre braucht Regeln
Die US Open leben stärker als andere Grand-Slam-Turniere von Lautstärke, Bewegung und einem vielfältigen Publikum. In diesem Jahr kamen bereits Kritik an hohen Ticketpreisen und Diskussionen über störende Influencer hinzu. Naomi Osaka forderte Besucher auf, die Etikette des Sports zu respektieren, nachdem Content-Produzenten während Matches für Unterbrechungen gesorgt hatten.
Sabalenkas Beschwerde gehört in denselben größeren Zusammenhang: Offenheit und Energie dürfen die Bedingungen auf dem Platz nicht verschlechtern. Die Profis akzeptieren in New York mehr Unruhe als an vielen anderen Standorten. Geruch, Licht oder Bewegung während eines Punktes überschreiten jedoch eine praktische Grenze. Der Veranstalter muss diese Grenze sichtbar durchsetzen, damit die besondere Atmosphäre ein Vorteil bleibt und nicht zum sportlichen Faktor wird. Klare Kommunikation vor dem Einlass könnte viele dieser Konflikte bereits im Ansatz vermeiden.
