Aryna Sabalenka würde Ranglistenpunkte für ihre Gesundheit opfern

by Faruk Imamovic
SHARE
Aryna Sabalenka würde Ranglistenpunkte für ihre Gesundheit opfern
© Independent/X/Fair Use

Aryna Sabalenka unterstützt Carlos Alcaraz' Plan, künftig längere Pausen in seinen Turnierkalender einzubauen. Die Weltranglistenerste geht noch weiter: ATP und WTA sollten nach ihrer Ansicht auf verpflichtende Veranstaltungen verzichten und den Profis überlassen, welche Belastung für ihre Gesundheit vertretbar ist. Dafür würde sie notfalls Ranglistenpunkte opfern.

ADVERTISEMENT

Alcaraz kündigt bewusste Pausen an

Alcaraz hatte nach seinem Zweitrundensieg gegen Jaime Faria erklärt, künftig einen oder zwei Monate auszusetzen und einzelne Turniere zu streichen. Der Spanier kehrte bei den US Open nach einer viereinhalbmonatigen Pause infolge einer Handgelenksverletzung zurück. Seine Begründung ist einfach: Niemand könne sämtliche Termine des Kalenders spielen.

Jannik Sinner hat bereits einen selektiveren Ansatz gewählt und in der Rasensaison nur Wimbledon bestritten. Solche Entscheidungen können bei den größten Namen einen Nachahmungseffekt auslösen, weil sie zeigen, dass sportlicher Erfolg nicht zwingend eine nahezu lückenlose Teilnahme erfordert.

Gesundheit vor Ranglistenposition

„Ich würde Veränderungen am Kalender sehr begrüßen und die Pflichtturniere abschaffen, damit die Spieler selbst entscheiden können, was für ihre Gesundheit am besten ist“, sagte Sabalenka. Das Programm sei besonders für konstant erfolgreiche Profis körperlich extrem fordernd.

Falls die Touren die Zahl der Termine nicht reduzieren, sieht sie eine persönliche Konsequenz: „Dann müssen wir Punkte, die Ranglistenposition oder was auch immer opfern, um unseren Körper zu schützen.“ Sabalenka forderte ATP und WTA auf, den Kalender zu lockern und Gesundheit nicht nur als Ziel zu nennen, sondern durch echte Wahlfreiheit zu unterstützen.

ADVERTISEMENT

Ihre Saison liefert ein eigenes Beispiel

Sabalenka ließ nach den Australian Open die Turniere im Nahen Osten aus und kehrte erst für das Sunshine Double zurück. Die Pause zahlte sich aus: Sie gewann sowohl Indian Wells als auch Miami, zwei ihrer bislang drei Titel im Jahr 2026. In dichteren Phasen auf Sand und Rasen folgten dagegen frühere Niederlagen, darunter das Aus in der dritten Runde von Rom und im Achtelfinale von Wimbledon.

Diese Ergebnisse beweisen keinen einfachen Zusammenhang, stützen aber ihre Forderung nach individueller Steuerung. Pflichttermine sollen starke Felder garantieren und den Wert der Tour schützen. Zu viele Vorgaben können jedoch dazu führen, dass Stars erschöpft antreten oder ganz fehlen. Sabalenkas Vorschlag verschiebt die Verantwortung zu den Profis. Für die Verbände wäre das ein Kontrollverlust, für die Spieler möglicherweise die Voraussetzung für längere Karrieren und bessere Leistungen bei den wichtigsten Turnieren.

Aryna Sabalenka Alcaraz
SHARE