Lilli Tagger und Sara Errani haben ihre erste gemeinsame Hürde im Doppel der US Open genommen. Das österreichisch-italienische Paar gewann gegen die Schwestern Kristina und Annika Penickova mit 7:5, 7:6 (3). Nun wartet mit Gabriela Dabrowski und Luisa Stefani das zweitgesetzte Team, wodurch der gelungene Auftakt sofort in eine deutlich schwierigere Prüfung mündet.
Unterschiedliche Stärken greifen ineinander
Tagger und Errani bilden eine ungewöhnliche, aber nachvollziehbare Kombination. Die junge Österreicherin bringt Tempo von der Grundlinie und Druck mit dem Aufschlag. Sara verfügt über enorme Doppelerfahrung, liest Situationen am Netz früh und kann mit Platzierung statt reiner Härte Punkte vorbereiten oder beenden.
Gegen die Penickova-Schwestern war diese Rollenverteilung in beiden Sätzen gefordert. Der erste Durchgang blieb bis zum 7:5 offen, der zweite musste im Tiebreak entschieden werden. Dort setzten sich Tagger und Errani mit 7:3 klarer ab. Gerade in einem neuen Team ist ein stabiler Tiebreak ein Hinweis darauf, dass Absprachen und Verantwortlichkeiten unter Druck funktionieren.
Paris lieferte bereits gemeinsame Erfahrung
Die beiden standen schon bei Roland Garros zusammen auf dem Platz. Dadurch begann die Zusammenarbeit in New York nicht bei null. Dennoch verändert der Hartplatz die Anforderungen: Aufschläge und Returns gewinnen an Bedeutung, Ballwechsel können schneller werden, und Positionierungsfehler lassen sich schwerer korrigieren.
Der Zweisatzsieg spart Kräfte und gibt Tagger wertvolle Erfahrung an der Seite einer Spezialistin. Für Sara besteht der Reiz darin, ihre Übersicht mit der Dynamik einer jüngeren Partnerin zu verbinden. Das Modell kann besonders dann funktionieren, wenn Tagger von hinten Druck erzeugt und Sara die entstehenden Lücken am Netz nutzt.
Die Nummer zwei setzt den Maßstab
Dabrowski und Stefani gehen als klare Favoritinnen in die nächste Runde. Ihre Setzposition zeigt, dass sie über längere Zeit bessere Ergebnisse und mehr Stabilität gesammelt haben. Tagger und Errani müssen deshalb beim ersten Aufschlag verlässlich bleiben und gegnerische Returns möglichst selten durch die Mitte zulassen.
Für Tagger bietet die Partie unabhängig vom Ergebnis einen wertvollen Vergleich mit einem Spitzendoppel. Der Auftakterfolg hat gezeigt, dass die Kombination konkurrenzfähig ist. Gegen Dabrowski und Stefani entscheidet sich, ob ihre unterschiedlichen Qualitäten auch dann tragen, wenn das gegnerische Team Schwächen schneller erkennt und konsequenter attackiert. Der Außenseiterstatus nimmt Druck, ersetzt aber keine Präzision. Ein enger Beginn könnte den Favoritinnen früh zusätzlichen Entscheidungsdruck auferlegen.
