Alex Eala wird beim China Open in Peking fehlen und stattdessen für die Philippinen bei den Asian-Games antreten. Die 21-Jährige trifft damit eine bewusste Entscheidung gegen eines der verpflichtenden WTA-1000-Turniere und für einen Wettbewerb, der nur alle vier Jahre stattfindet.
Ealas Nordamerika-Saison endete nach ihrer 5:7, 6:3, 5:7-Niederlage gegen Iva Jovic in der dritten Runde der US Open. Zuvor hatte sie in Washington ihren ersten WTA-Titel gewonnen, in Kanada das Achtelfinale und in Cincinnati die Runde der letzten 32 erreicht. Vor den Asian-Games plant sie noch einen Start in Singapur.
„Davor werde ich, glaube ich, in Singapur sein. Doch ja, ich liebe es, mit dem philippinischen Team zu spielen und anzutreten“, sagte Eala. Sie verwies auf ihre bisherigen Erfahrungen bei den SEA Games und den Asian Games sowie auf die besondere Atmosphäre in der Mannschaft.
Erinnerungen wiegen schwerer als Weltranglistenlogik
Eala besitzt bereits sechs Medaillen von den SEA Games, darunter Einzelgold aus Thailand 2025. Bei den Asian Games 2022 in Hangzhou gewann sie Bronze im Einzel und im Mixed. Diese Erfahrungen haben ihre Prioritäten geprägt.
„Ich hatte eine großartige Zeit, und ich denke, das sind wirklich Erinnerungen, die bei mir bleiben, und, wissen Sie, die Asian Games finden einmal alle vier Jahre statt, und ich fühlte mich einfach dazu hingezogen, dort anzutreten, neben anderen Dingen“, erklärte sie.
Aus sportlicher Sicht ist die Wahl nachvollziehbar, aus Sicht der WTA-Regeln aber nicht ohne Risiko. Peking gehört zu den Turnieren, an denen Spitzenspielerinnen grundsätzlich teilnehmen müssen, sofern keine Verletzung oder andere anerkannte Ausnahme vorliegt. Zusätzlich verlangt die Tour Starts bei drei WTA-500-Events.
Mögliche Sanktion bleibt offen
Eala verteidigt in Peking keine Punkte aus dem Vorjahr. Ihr Ranking wird daher nicht automatisch durch den Verzicht belastet. Trotzdem könnte die WTA eine Geldstrafe oder einen Punkteabzug verhängen. Ob es dazu kommt, ist noch nicht geklärt.
Die Asian Games laufen vom 19. September bis 4. Oktober, das Tennisturnier beginnt am 27. September. Nach dem Mannschaftseinsatz könnte Eala beim Wuhan Open ab 12. Oktober auf die WTA-Tour zurückkehren.
Ihre Entscheidung zeigt den Konflikt zwischen einem globalen Pflichtkalender und nationaler Bedeutung. Für die Weltrangliste bietet Peking mehr. Für Ealas Beziehung zu ihrem Land und ihre eigenen Erinnerungen besitzt der seltene Teamwettbewerb einen Wert, den Ranglistenpunkte nicht vollständig abbilden können.
