Qinwen Zheng gehört zu den größten Gewinnerinnen der aktuellen WTA-Live-Rangliste. Die Chinesin verbesserte sich um 41 Positionen auf Platz 80, nachdem sie bei den US Open ein fast verlorenes Match gegen Madison Keys drehte. Zheng lag im dritten Satz 0:5 zurück und musste einen Matchball abwehren, ehe sie mit 1:6, 7:6 (3), 7:5 gewann.
Die Aufholjagd war nicht allein Folge eines Einbruchs von Keys. Zheng betonte die Qualität ihrer Gegnerin und ihren eigenen Fokus auf den nächsten Ball. „Ich muss sagen, Madison spielte unglaublich. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mit 5:0 führte, weil ich so schlecht spielte; ich denke einfach, dass sie unglaublich spielte“, sagte Zheng.
Ihre Lösung war radikale Vereinfachung. „Ich sagte mir immer wieder, jeden einzelnen Punkt festzuhalten. Niemals aufzugeben. Dranzubleiben, und irgendwie passierte es nach und nach“, erklärte sie. Der Sieg bringt nicht nur die vierte Runde, sondern korrigiert auch einen erheblichen Rankingverlust.
Anisimova verliert Finalpunkte
Amanda Anisimova erlebt die entgegengesetzte Bewegung. Die US-Open-Finalistin von 2025 verlor in der dritten Runde mit 2:6, 5:7 gegen Anastasia Potapova und kann damit 1.170 Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Sie fällt in der Live-Wertung auf Platz elf zurück.
An der Spitze steht Elena Rybakina mit 8.031 Punkten vor Aryna Sabalenka mit 6.815. Jessica Pegula und Coco Gauff folgen knapp dahinter. Die Zahlen bleiben vorläufig, weil jede weitere Runde neue Punkte und Verschiebungen bringt.
Emma Raducanu gehört zu den prominentesten Verliererinnen. Wegen einer Stressfraktur konnte sie nicht antreten und rutscht um 19 Plätze auf Rang 89 ab. Das ist ihre niedrigste Position seit Mai 2024.
Ein Grand Slam bewegt ganze Karrieren
Die US Open zeigen besonders deutlich, wie stark die Weltrangliste vom Vergleich mit dem Vorjahr geprägt ist. Ein frühes Aus kann trotz guter Saison Tausende Punkte kosten, wenn zwölf Monate zuvor ein Finale erreicht wurde. Eine Spielerin mit niedriger Ausgangsbasis kann dagegen durch wenige Siege enorme Sprünge machen.
Zheng nutzte genau diese Chance. Ihr Comeback gegen Keys verändert nicht nur den Turnierverlauf, sondern erleichtert künftige Meldungen, Setzlisten und direkte Hauptfeldplätze. Anisimova und Raducanu müssen verlorene Positionen in den kommenden Monaten neu erarbeiten. Ein einzelner dramatischer Satz in New York wirkt damit weit über die Nacht hinaus, in der er gespielt wurde.
