Wer zum Tennisstar werden und die absolute Spitze des Sports erreichen will, muss sein Spiel mitunter verändern.
Heutzutage gibt es nur wenige komplette Spielerinnen, die in ihrem Repertoire wirklich über zahlreiche starke Waffen verfügen.
Das Damentennis ist in dieser Hinsicht besonders, doch viele Experten sind überzeugt, dass die aufstrebenden Stars das Potenzial besitzen, noch dominanter zu werden und sämtliche Bereiche ihres Spiels weiterzuentwickeln. Experten und Analysten analysierten zuletzt das Duell zwischen Alex Eala und Iva Jovic – mit besonderem Augenmerk auf deren Aufschläge.
Jim Courier ist nach dem Duell zwischen Iva Jovic und Alex Eala bei den US Open sogar der Meinung, dass man zumindest testweise auf erste Aufschläge verzichten sollte.
Die beiden jungen Spielerinnen trafen in der dritten Runde im Arthur Ashe Stadium aufeinander. Nach drei Stunden und drei Minuten setzte sich Jovic mit 7:5, 3:6, 7:5 durch. Die US-Amerikanerin schlug 44 Winner und unterliefen 27 unerzwungene Fehler, während Eala 34 Winner und 33 unerzwungene Fehler produzierte.
Insgesamt gab es 17 Breaks – dadurch wurden die Ballwechsel und das Returnspiel zu einem entscheidenden Bestandteil der Partie.
Abseits des Tennis sind Jovic und Eala eng befreundet. Sobald das Match begonnen hatte, blieb dafür jedoch nur wenig Raum. Beide wollten in New York die zweite Turnierwoche erreichen, während das Publikum über den gesamten Abend hinweg für eine lautstarke Atmosphäre sorgte.
Der frühere Weltranglistenerste Courier verfolgte die Partie gemeinsam mit Lindsay Davenport beim Tennis Channel. Die beiden ehemaligen Grand-Slam-Champions zeigten sich besonders vom Returnverhalten und der starken Beinarbeit der beiden Spielerinnen beeindruckt.
Courier schlägt Experiment mit ersten Aufschlägen vor
Davenport hob zunächst hervor, dass Jovic beim zweiten Aufschlag von Eala innerhalb der Grundlinie stand und fast 65 Prozent dieser Punkte gewann.
Zudem betonte sie, dass der zweite Aufschlag der Filipina im Schnitt lediglich 76 Meilen pro Stunde schnell war, während ihr erster Aufschlag ungefähr 86 Meilen pro Stunde erreichte. Dadurch konnte Jovic zahlreiche Returns aus einer komfortablen Position heraus attackieren.
“This match was the match of the tournament so far on the women’s side,” sagte Davenport. “It was such high quality from both of these two.
Iva was inside the baseline for every single second serve return. She won almost 65% of those, absolutely crushing returns. That was a challenge for Eala, whose second serve averaged just 76 miles per hour.
Her first serve average was also just 86, so what did that do? That allowed Iva to be comfortable in her return position. She didn’t have to make adjustments, and she just kept teeing off to start the rallies.”
Courier erklärte anschließend, dass sich beide Spielerinnen beim Aufschlag noch verbessern könnten – obwohl er von vielen anderen Aspekten ihres Spiels begeistert war.
“I think this is a really interesting match, because both of these players are so fantastic with their movement, and besides their serves, their games are amazing.
The first serve, for both of them, really do need to improve, and it got me thinking: this is the match of the tournament, and the women’s side. Is this not an advertisement for, maybe, let’s do an exhibition sometime, a trial, in eliminating first serves and see what happens?
This tennis was incredible. Sometimes, especially in men’s tennis, it can just be a serve fest, and it’s a little less interesting, more target practice.
This was strategy, this was athleticism and movement, all over the court. For me, it was, like, a light bulb went off. Like, this is amazing. How can we get more of this?”
Jovic und Eala erhalten viel Lob für ihre Partie
Das Match war ein weiteres Kapitel in einer Rivalität, die sich 2026 zunehmend entwickelt. Jovic hatte Eala zuvor bereits bei den French Open und in Queen’s besiegt. Mit ihrem Erfolg bei den US Open baute sie ihre Saisonbilanz gegen die Filipina auf 3:0 aus.
Allerdings verlief das dritte Duell deutlich enger als die beiden vorherigen. Bei den French Open hatte Jovic mit 6:4, 6:2 gewonnen, auf dem Rasen von Queen’s folgte ein 6:2, 6:2.
Eala hatte vor ihrer Ankunft in New York zudem eine der besten Phasen ihrer bisherigen Karriere erlebt. Die 21-Jährige erreichte in Wimbledon die vierte Runde und gewann anschließend den Titel in Washington. Ihre Ergebnisse und ihre wachsende Popularität sorgten dafür, dass zahlreiche philippinische Fans ihre Matches besuchten.
Experten und Analysten sehen in der jungen Filipina eine Spielerin, die künftig die absolute Weltspitze erreichen könnte. Auch wenn solche Erwartungen nicht zu viel Druck erzeugen sollten, ist Eala bewusst, dass die Ansprüche nach Auftritten wie diesem weiter steigen werden.
Auch Iva äußerte sich nach dem Match lobend über Eala und betonte, wie schwierig es gewesen sei, die Partie zu Ende zu bringen.
Die US-Amerikanerin schrieb später auf Instagram:
“Gave absolutely everything last night… Insane atmosphere, insane level from @alex.eala, and a night I will always remember. Forever grateful that I am able to have these experiences.
We keep fighting, 2nd week @usopen.”
Eala antwortete: “Ti si najbolja!” – was auf Deutsch “You’re the best!” bedeutet.
Die 18-Jährige steht in New York nun vor der nächsten schwierigen Aufgabe. Im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der US Open trifft sie auf die an Nummer vier gesetzte Coco Gauff. Jovic spielte in dieser Saison bereits in Rom gegen Gauff und hatte dort sogar einen Matchball, bevor sie mit 5:7, 7:5, 6:2 unterlag.
