Jelena Ostapenko und Hsieh Su-wei haben bei den US Open das Doppel-Viertelfinale erreicht, doch nach ihrem Zweisatzsieg gegen Maya Joint und Chan Hao-ching stand nicht das Ergebnis im Mittelpunkt. Ostapenko beschwerte sich über die Reaktionen aus der gegnerischen Box und warf Joint und Chan vor, die Unruhe bewusst eingesetzt zu haben.
Der Konflikt entstand, weil die Trainerinnen und Trainer der Gegenseite nach einfachen Fehlern von Ostapenko und Hsieh laut klatschten und riefen. Beide Siegerinnen sprachen deshalb mit dem Schiedsrichter. Im Doppel ist ständige Kommunikation üblich, doch gezielte Reaktionen auf Fehler der Gegnerinnen werden schnell als Grenzüberschreitung verstanden.
„Es ist sehr respektlos. Sie tun das, weil sie wissen, dass sie uns nicht schlagen können, weil sie so viel schlechter sind als wir“, sagte Ostapenko. „Sie machen das absichtlich. Ich fand, dass es von ihrer Seite etwas zu intensiv war.“
Die Wortwahl verschärft die Lage
Ostapenkos Kritik richtete sich zunächst gegen ein konkretes Verhalten. Ihre Behauptung, die Gegnerinnen seien deutlich schlechter, verschob den Streit jedoch auf die persönliche und sportliche Ebene. Dadurch wurde aus einer Beschwerde über die Atmosphäre eine offene Abwertung des unterlegenen Teams.
„Deshalb haben Su-wei und ich mit dem Schiedsrichter gesprochen, denn nach jedem einfachen Fehler von uns haben sie geklatscht und geschrien“, erklärte Ostapenko. Sie bezeichnete dieses Verhalten als ungewöhnlich für ein Doppel. Das Eingreifen des Schiedsrichters zeigt, dass die beiden erfahrenen Spielerinnen den Vorgang nicht lediglich als normalen Teil einer emotionalen Partie betrachteten.
Frühere Konflikte prägen die Reaktion
Für Ostapenko ist es nicht die erste öffentliche Auseinandersetzung mit Gegnerinnen. In Wimbledon geriet sie mit Laura Siegemund aneinander. Bei den US Open des Vorjahres folgte ein viel beachteter Streit mit Taylor Townsend. Diese Vorgeschichte sorgt dafür, dass neue Beschwerden schneller als Teil eines Musters wahrgenommen werden.
Das bedeutet nicht, dass ihre aktuelle Kritik automatisch unbegründet ist. Spielerinnen dürfen den Schiedsrichter auf störendes Verhalten hinweisen. Die Wirkung ihrer Worte hängt jedoch davon ab, ob sie eine Grenze beschreibt oder die sportliche Qualität der Gegenseite angreift.
Ostapenko und Hsieh haben die wichtigere sportliche Antwort bereits gegeben: Sie gewannen in zwei Sätzen und stehen im Viertelfinale. Für die nächste Runde wäre es hilfreich, den Fokus wieder auf ihre besondere Kombination zu richten. Hsiehs Kreativität und Ostapenkos Schlagkraft können jedes Team gefährden. Der Streit zeigt zugleich, wie dünn im Doppel die Linie zwischen unterstützender Energie und gezielter Provokation sein kann.
