Aryna Sabalenka erreichte mit einem 7:5, 6:2 gegen Jessica Pegula das Finale der US Open. Die Amerikanerin fand anschließend eine drastische Beschreibung für die Leistung ihrer Gegnerin. „Ich fand ihr Niveau wahnsinnig hoch“, sagte Pegula. Sie scherzte anschließend, jemand müsse Sabalenka verärgert haben, und bezeichnete deren Leistung erneut als unglaublich.
Sabalenkas Erklärung war weniger emotional. Sie führte ihre Konzentration auf die Erinnerung an eine frühere Niederlage gegen Pegula in Berlin zurück. Dort habe sie das Gefühl gehabt, nur wenige Chancen zu bekommen. In New York wollte sie deshalb vom ersten Ballwechsel bis zum Ende präsent bleiben.
„Gleichzeitig wusste ich, dass ich vom Anfang bis zum Ende konzentriert sein musste“, sagte Aryna. Genau diese Haltung habe ihr geholfen, das hohe Niveau zu erreichen.
Verlorene Rangspitze ändert das Ziel nicht
Aryna ging in das Halbfinale, nachdem Elena Rybakina sie an der Spitze der Weltrangliste abgelöst hatte. Ein Turniersieg kann diese Veränderung nicht sofort rückgängig machen. Dennoch steht für die Titelverteidigerin viel auf dem Spiel: Sie könnte ihren fünften Grand-Slam-Titel und den dritten US-Open-Erfolg nacheinander gewinnen.
Die Reaktion gegen Pegula zeigte, dass der Ranglistenwechsel ihre Leistung nicht störte. Aryna behandelte das Match wie eine enge Prüfung, obwohl das Ergebnis im zweiten Satz deutlich wurde. Diese Haltung verhinderte, dass ein früher Vorsprung oder eine kurze Schwächephase die Intensität veränderte.
Bekannte Rivalin wartet im Finale
Rybakina ist keine Gegnerin, die Sabalenka mit denselben Mustern wie Pegula kontrollieren kann. Ihr Aufschlag produziert kurze Punkte und kann Sabalenkas aggressive Rückschlagposition zurückdrängen. Im direkten Vergleich führt Sabalenka 10:7, doch Rybakina gewann das Finale der Australian Open 2026. Sabalenka antwortete später mit Erfolgen in Indian Wells und Miami.
Diese Vorgeschichte nimmt dem Finale jede einfache Favoritenrolle. Sabalenka besitzt die bessere Gesamtbilanz und die Erfahrung zweier US-Open-Titel in Folge. Rybakina reist als neue Nummer eins und jüngste Grand-Slam-Siegerin im direkten Duell an.
Pegulas Beobachtung trifft den wichtigsten Punkt: Sabalenkas Niveau im Halbfinale war außergewöhnlich. Die Erklärung dafür liegt weniger in Ärger als in einer bewusst gepflegten Erinnerung an verpasste Chancen. Gegen Rybakina muss sie diesen Fokus behalten, zugleich aber geduldig genug sein, um auf Aufschläge zu warten, die tatsächlich angreifbar sind. Das Finale wird zeigen, ob Konzentration erneut ausreicht, wenn die ersten Schläge auf beiden Seiten ähnlich dominant sind.
