Elena Rybakina braucht nur noch Paris für den Karriere-Grand-Slam

by Faruk Imamovic
SHARE
Elena Rybakina braucht nur noch Paris für den Karriere-Grand-Slam
© sebsharfam2/X/Fair Use

Elena Rybakina hat mit ihrem US-Open-Titel und dem Sprung auf Platz eins der Weltrangliste zwei große Ziele gleichzeitig erreicht. Für einen vollständigen Karriere-Grand-Slam fehlt ihr nun nur noch Roland Garros. Genau dort liegt jedoch die größte sportliche Hürde ihres Profils.

ADVERTISEMENT

Die Kasachin besitzt bereits Titel bei den Australian Open, in Wimbledon und bei den US Open. Ein Triumph in Paris würde sie damit zur Siegerin aller vier Grand-Slam-Turniere machen. Ihre bisherigen Ergebnisse auf Sand zeigen jedoch, dass diese letzte Aufgabe nicht automatisch aus den Erfolgen auf anderen Belägen folgt.

Sand bleibt trotz wichtiger Titel ein Sonderfall

Rybakina gewann 2024 und 2026 das Turnier in Stuttgart. Beim WTA-1000-Turnier in Rom holte sie 2023 ebenfalls den Titel, nachdem Iga Świątek im Finale verletzt aufgeben musste. Diese Resultate belegen, dass sie auf Sand große Turniere gewinnen kann.

Bei Roland Garros 2026 verlor sie allerdings bereits in der zweiten Runde gegen Yulia Starodubtseva. Der Abstand zwischen ihren besten Sandplatzwochen und ihrem Pariser Ergebnis ist deshalb auffällig. Für den Karriere-Grand-Slam reicht nicht allgemeine Qualität auf dem Belag; sie muss diese Form über die besonderen zwei Wochen eines Majors tragen.

ADVERTISEMENT

Trainer Stefano Vukov war bei den US Open wieder Teil ihres Teams und saß nach dem Titelgewinn in der Pressekonferenz der Coaches. Der New Yorker Erfolg zeigt, dass die aktuelle Zusammenarbeit auf der größten Bühne funktioniert. Die nächste zentrale Aufgabe verlangt nun eine andere Vorbereitung als das Hartplatzturnier.

Ein Titel würde sie von mehreren Rivalinnen abheben

Świątek fehlt für den Karriere-Grand-Slam noch der Titel bei den Australian Open. Aryna Sabalenka und Naomi Osaka haben bislang die Australian Open und die US Open gewonnen. Coco Gauff besitzt Titel in Paris und New York, Barbora Krejcikova in Paris und Wimbledon.

Rybakina steht damit näher am vollständigen Satz als diese aktiven Konkurrentinnen, doch die fehlende Trophäe befindet sich auf ihrer anspruchsvollsten Oberfläche. Der Weltranglistenplatz verändert diese technische Aufgabe nicht.

Paris wird ihre Saison deshalb unter einem besonderen Blickwinkel prägen. Ein weiterer Titel in Stuttgart oder Rom könnte Selbstvertrauen geben, wäre aber kein Ersatz für einen tiefen Lauf bei Roland Garros. Rybakina hat mit New York bewiesen, dass sie mehrere Major-Bedingungen beherrscht. Um die Sammlung zu vollenden, muss sie nun aus einzelnen Sandplatzerfolgen eine stabile Grand-Slam-Leistung formen.

Elena Rybakina Roland Garros
SHARE