Marta Kostyuk muss die Finalrunde des Billie Jean King Cups in Shenzhen wegen anhaltender Schmerzen im rechten Handgelenk auslassen. Die 24-Jährige kämpft seit mehreren Wochen mit der Verletzung und erhielt nach einer Untersuchung die Empfehlung, vorerst zu pausieren.
„Ich hatte gehofft, dass ein wenig Pause nach den US Open helfen würde, aber leider sind die Schmerzen größer geworden“, erklärte Kostyuk. Ihr letzter Wettkampf war das WTA-500-Turnier in Guadalajara, bei dem sie im Viertelfinale gegen Liudmila Samsonova verlor. Die Belastung dort brachte keine Entwarnung, sondern bestätigte den Handlungsbedarf.
Der Ukraine fehlt ihre Nummer zwei
Die Finalrunde findet vom 22. bis 27. September statt. Die Ukraine trifft am 24. September im Viertelfinale auf Belgien. Kostyuk wäre als Weltranglistenzehnte hinter Elina Svitolina die Nummer zwei der Mannschaft gewesen. Ihr Rückzug verändert damit nicht nur eine einzelne Aufstellung, sondern nimmt dem Team eine zweite Spielerin aus der absoluten Weltspitze.
Kostyuk hatte in dieser Saison sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon das Halbfinale erreicht. Diese Ergebnisse zeigen, welche Qualität der Ukraine nun fehlt. Gleichzeitig erklären sie einen Teil der hohen Belastung, die sich über viele tiefe Turnierläufe aufgebaut hat, ohne eine genaue Ursache der Handgelenksprobleme festzulegen.
Die Enttäuschung über die Absage formulierte Kostyuk persönlich: „Ich habe mich darauf gefreut, dort dabei zu sein, mit den Mädels zu spielen und gemeinsam die Ukraine zu vertreten. Das ist immer etwas ganz Besonderes, deshalb bin ich sehr traurig, dass ich es verpassen muss.“
Die Dauer der Pause bleibt offen
Es gibt noch keinen Zeitplan für Kostyuks Rückkehr. Genau diese Unsicherheit macht eine vorsichtige Reaktion notwendig. Das rechte Handgelenk gehört zu ihrem Schlagarm; eine verfrühte Belastung könnte ihre technischen Abläufe und die Vorbereitung auf weitere Turniere beeinträchtigen.
Für die Ukraine bedeutet die kurzfristige Aufgabe, die Einzel hinter Svitolina neu zu ordnen und mögliche Doppelvarianten anzupassen. Gegen Belgien wird die Mannschaft weniger Spielraum besitzen, falls ein frühes Einzel verloren geht.
Kostyuks Entscheidung ist dennoch nachvollziehbar. Ein Nationenwettbewerb hat hohe emotionale Bedeutung, kann aber keine medizinische Freigabe ersetzen. Die nächsten Schritte hängen nun nicht vom Ergebnis in Shenzhen ab, sondern davon, wann das Handgelenk im Training wieder schmerzfrei auf steigende Belastung reagiert.
Bis dahin muss sowohl die Turnierplanung als auch die Rückkehr in den Wettkampf offenbleiben.
