Anhelina Kalinina hat die Ukraine bei der Finalrunde des Billie Jean King Cups in Shenzhen zu einem 2:1 gegen Belgien geführt. Die 29-Jährige gewann zunächst ihr Einzel in drei Sätzen und kehrte anschließend für das entscheidende Doppel zurück. Damit kompensierte die Ukraine sowohl die Verletzung von Marta Kostyuk als auch die überraschende Niederlage ihrer Topspielerin Elina Svitolina.
Kalinina dreht das erste Einzel
Gegen Jana Otzipka verlor Kalinina den Auftaktsatz im Tiebreak mit 6:7 (6). Danach kontrollierte sie die Partie deutlich und gab in den folgenden beiden Sätzen jeweils nur ein Spiel ab. Das 6:1, 6:1 verwandelte einen schwierigen Beginn in den ersten Punkt für die Ukraine.
Die Reaktion war für das gesamte Duell entscheidend. Ohne Kostyuk fehlte dem Team eine etablierte Einzeloption, sodass ein Rückstand nach dem Auftakt den Druck auf Svitolina weiter erhöht hätte. Kalininas klare Steigerung bewahrte stattdessen alle taktischen Möglichkeiten.
Minnen erzwingt die Entscheidung
Greet Minnen sorgte im zweiten Einzel für die Überraschung. Die Belgierin, die mehr als 200 Weltranglistenplätze hinter Svitolina liegt, gewann mit 6:7 (5), 6:4, 6:4. Svitolina entschied zwar ebenfalls den ersten Satz im Tiebreak für sich, konnte die Begegnung danach aber nicht schließen.
Das Ergebnis zeigt die besondere Dynamik eines Teamwettbewerbs. Ranglistenpositionen geben eine Richtung vor, doch ein einzelner Sieg kann die Hierarchie eines gesamten Tages verändern. Belgien brachte sich durch Minnens Erfolg bis an die Schwelle zum Halbfinale.
Das Doppel belohnt ukrainische Stabilität
Kalinina bildete im entscheidenden Match mit Lyudmyla Kichenok das ukrainische Paar. Gegen Magali Kempen und Lara Salden gewann das Duo mit 6:3, 6:3. Nach dem langen Einzel war Kalininas erneuter Einsatz auch körperlich bemerkenswert; Kichenoks Doppelroutine half, die Begegnung in zwei Sätzen zu halten.
Im Halbfinale trifft die Ukraine auf Italien oder Gastgeber China. In der anderen Hälfte stehen sich Spanien und Tschechien gegenüber. Die Auswahl von Kapitän Illya Marchenko geht nicht als unangreifbarer Favorit in die nächste Runde, hat aber gegen Belgien eine wertvolle Eigenschaft bewiesen: Sie kann einen Ausfall und eine Niederlage ihrer bestplatzierten Spielerin innerhalb eines Tages auffangen.
Kalininas Beitrag bestand deshalb aus mehr als zwei Siegen. Sie gab dem Team nach einem verlorenen Tiebreak Ruhe, übernahm im Doppel erneut Verantwortung und machte aus personeller Unsicherheit eine geschlossene Leistung. In einem kurzen Finalturnier kann genau diese Belastbarkeit wichtiger sein als die Rangliste.
