Amanda Anisimova hat öffentlich bestritten, das Medikament Ozempic zur Gewichtsabnahme verwendet zu haben. Die US-Amerikanerin reagierte damit auf zahlreiche Kommentare zu ihrer sichtbaren körperlichen Veränderung und forderte, die Spekulationen zu beenden. Ihre Stellungnahme lenkt den Blick weniger auf ein Präparat als auf den Umgang mit dem Körper einer Profisportlerin.
Eine direkte Antwort auf Online-Kommentare
Anisimova wandte sich über Instagram an Menschen, die ihr Aussehen analysiert hatten. „An all die Gesundheitsspezialisten und Körper-Kommentatoren in den Kommentaren, ich habe kein Ozempic genommen, lasst mich bitte in Ruhe“, schrieb sie.
Die Aussage ist eindeutig. Sie liefert keine medizinischen Details und schuldet diese auch nicht. Athletinnen müssen über Verletzungen informieren, wenn diese ihre Teilnahme betreffen; daraus entsteht kein allgemeiner Anspruch auf Auskunft über Gewicht, Ernährung oder mögliche Behandlungen.
Ozempic ist durch die öffentliche Diskussion über GLP-1-Medikamente zu einem Sammelbegriff für Gewichtsabnahme geworden. Diese Bekanntheit führt dazu, dass körperliche Veränderungen schnell einer bestimmten Ursache zugeschrieben werden. Anisimovas Reaktion zeigt, wie rasch eine Vermutung durch Wiederholung wie eine Tatsache behandelt werden kann.
Der sportliche Kontext gerät in den Hintergrund
Anisimova spielte im vergangenen Jahr eine herausragende Saison, erreichte die Finals von Wimbledon und den US Open und stieg bis auf Platz drei der Weltrangliste. Aktuell wird sie auf Rang elf geführt. Diese Leistungen bieten einen überprüfbaren Maßstab für ihre Karriere; Kommentare über ihr Erscheinungsbild tun das nicht.
Serena Williams hatte das Thema zuletzt in einem anderen Zusammenhang öffentlich gemacht. Sie erklärte, nach der Geburt ihrer zweiten Tochter ein GLP-1-Medikament verwendet und 14 Kilogramm abgenommen zu haben. Williams wirbt zudem für den Hersteller. Ihre freiwillige Offenheit darf jedoch nicht zum Maßstab werden, nach dem andere Spielerinnen dieselbe Erklärung abgeben müssen.
Transparenz bleibt eine persönliche Entscheidung
Im Spitzensport können Medikamente relevant sein, wenn Anti-Doping-Regeln, Leistungsfähigkeit oder eine offizielle Ausfallzeit betroffen sind. Für Anisimova gibt es in diesem Zusammenhang keinen berichteten Verstoß oder sportrechtlichen Vorwurf. Sie beantwortete eine private Spekulation, keine formelle Frage ihrer Tour.
Die klare Formulierung dürfte die Gerüchte nicht vollständig stoppen, setzt aber eine notwendige Grenze. Öffentliche Personen entscheiden selbst, ob sie medizinische Erfahrungen teilen. Anisimovas Botschaft verlangt keine besondere Interpretation: Sie bestreitet die Einnahme und möchte nicht weiter über ihren Körper diskutieren. Eine sachliche Betrachtung ihrer Saison sollte diesen Wunsch respektieren und wieder das Tennis in den Mittelpunkt stellen.
