Die beiden Österreicherinnen sind beim WTA-1000-Turnier in Peking mit gegensätzlichen Ergebnissen gestartet. Sinja Kraus setzte sich gegen Maya Joint mit 6:3, 3:6, 7:5 durch und erreichte die zweite Runde. Lilli Tagger verlor gegen Elena Ruse mit 4:6, 2:6 und schied zum Auftakt aus.
Kraus musste für ihren Erfolg deutlich länger arbeiten, als es nach dem ersten Satz schien. Im zweiten Durchgang servierte sie beim Stand von 5:4 bereits zum Matchgewinn, konnte die Gelegenheit jedoch nicht nutzen. Joint erzwang den dritten Satz, bevor Kraus dort mit 7:5 die Entscheidung fand.
Der verpasste Abschluss wird zur mentalen Prüfung
Ein nicht verwandeltes Ausservieren kann den Verlauf einer Partie vollständig verändern. Kraus verlor nach dieser Chance den zweiten Satz und musste das Match neu beginnen. Entscheidend war nicht ein reibungsloser Ablauf, sondern ihre Fähigkeit, nach dem Rückschlag noch einmal bis zum letzten Spiel konzentriert zu bleiben.
Der dritte Satz bestätigt deshalb mehr als das Weiterkommen. Kraus gewann nach einer Phase, in der sie den direkten Weg aus der Hand gegeben hatte. Solche Siege sind im Turnierverlauf wertvoll, weil sie zeigen, dass ein Fehler bei der ersten Abschlusschance nicht zwangsläufig das gesamte Match bestimmt.
In Runde zwei trifft sie auf Anastasia Potapova. Österreichs Nummer eins ist an Position 16 gesetzt und hatte zum Auftakt ein Freilos. Kraus geht damit aus einer langen Dreisatzpartie direkt in ein Duell mit einer ausgeruhten gesetzten Gegnerin.
Tagger verliert die Chance auf Noskova
Tagger blieb gegen Ruse näher am ersten Satz als am zweiten. Nach dem 4:6 konnte sie den Druck nicht in eine Wende übertragen und gewann im zweiten Durchgang nur zwei Spiele.
Damit verpasste sie ein Zweitrundentreffen mit Wimbledon-Siegerin Linda Noskova. Für Tagger endet Peking ohne den möglichen Vergleich mit einer der auffälligsten Spielerinnen der Saison. Ihr Ergebnis macht zugleich deutlich, wie wenig Raum ein 1000er-Feld für einen langsamen Einstieg lässt.
Die Weltspitze erhöht den Wert jeder Runde
Mit Ausnahme von Jessica Pegula ist die gesamte Weltspitze in Peking vertreten. Elena Rybakina führt die Setzliste an und bestreitet ihr erstes Turnier als Nummer eins der Welt.
Kraus hat sich in diesem Umfeld eine weitere Partie verdient, obwohl sie den ersten Matchballweg nicht nutzen konnte. Tagger bleibt nur die frühe Niederlage. Der österreichische Auftakt liefert damit zwei verschiedene Lehren: Kraus korrigierte einen verlorenen Moment noch im selben Match, Tagger bekam nach dem engen ersten Satz keine zweite Gelegenheit mehr.
