Jan-Lennard Struff hat beim ATP-500-Turnier in Peking einen klaren ersten Schritt gemacht. Der 36-Jährige besiegte Thiago Agustín Tirante mit 6:1, 6:4 und erreichte damit das Achtelfinale. Besonders der erste Satz zeigte, wie schnell er ein Match in eine eindeutige Richtung bringen kann.
Nur 27 Minuten benötigte Jan-Lennard für das 6:1. Der zweite Durchgang verlief enger, doch ein Break zum 4:3 reichte ihm. Danach gab er die Führung nicht mehr ab und beendete die Partie in zwei Sätzen.
Ein schneller Start verhindert unnötige Länge
Jan-Lennard musste gegen Tirante keinen frühen Rückstand korrigieren. Der klare erste Satz setzte den Argentinier sofort unter Ergebnisdruck und gab dem Deutschen Spielraum für den ausgeglicheneren zweiten Durchgang.
Das Break zum 4:3 war dort der entscheidende Moment. Jan-Lennard benötigte keine Serie weiterer Möglichkeiten, sondern verteidigte den einmal gewonnenen Vorteil bis zum Ende. Diese Effizienz ist gerade zu Beginn eines Turniers wichtig, weil sie zusätzliche Belastung vermeidet und dennoch genügend Matchpraxis liefert.
Bei den US Open war Jan-Lennard zuletzt in der zweiten Runde ausgeschieden. Peking bietet ihm nun die Chance, auf Hartplatz wieder mehrere Begegnungen in einer Woche zu sammeln. Der Auftaktsieg liefert dafür eine solide Grundlage, sagt aber noch wenig über die deutlich schwierigere nächste Aufgabe aus.
Zwei mögliche Gegner verlangen unterschiedliche Vorbereitung
Im Achtelfinale trifft Jan-Lennard entweder auf Daniil Medwedew oder Pablo Carreno Busta. Medwedew ist an Position drei gesetzt. Struff kennt zugleich das Gefühl, ihn in einem wichtigen Turnier zu schlagen: Bei seinem Lauf ins Wimbledon-Viertelfinale besiegte er den Russen.
Dieses frühere Ergebnis bietet Selbstvertrauen, ist jedoch keine taktische Garantie für Peking. Zunächst entscheidet die Begegnung zwischen Medwedew und Carreno Busta, welche Aufgabe tatsächlich wartet. Struff kann sich deshalb noch nicht vollständig auf einen Spielertyp einstellen.
Der Sieg hält den deutschen Turnierweg offen
Alexander Zverev führt das Feld als Topgesetzter an und beginnt gegen Cameron Norrie. Struff steht damit neben ihm als weiterer deutscher Spieler im Blickpunkt, ohne dass beide Wege unmittelbar voneinander abhängen.
Für Struff zählt vorerst die Qualität des eigenen Starts. Er gewann den ersten Satz in hohem Tempo, blieb in einem engeren zweiten Durchgang geduldig und nutzte das entscheidende Break. Genau diese Verbindung aus frühem Druck und später Kontrolle machte aus dem Auftakt keine lange Prüfung. Im Achtelfinale wird sich zeigen, ob dieses Muster auch gegen einen höher eingestuften oder anders geprägten Gegner trägt.
