Elena Rybakinas erstes Match als offizielle Weltranglistenerste endete mit einer Überraschung. Beim China Open verlor die 27-Jährige trotz Satzführung mit 6:3, 4:6, 3:6 gegen Alina Charaeva, die als Nummer 118 der Welt deutlich niedriger eingestuft ist.
Der Zeitpunkt macht die Niederlage besonders auffällig. Rybakina war mit dem US-Open-Titel und der in New York übernommenen Spitzenposition nach Peking gekommen. Im ersten Satz wirkte zunächst wenig danach, als könnte dieser Lauf ausgerechnet gegen Charaeva enden.
Charaevas Comeback öffnet den Turnierbaum
Nach dem 3:6 drehte Charaeva die Partie mit 6:4 und 6:3. Damit gelang ihr ein Ergebnis mit historischem Gewicht: Sie ist die niedrigst platzierte Spielerin seit mehr als 50 Jahren, die nach Satzrückstand gegen eine Weltranglistenerste gewinnen konnte.
Für das China Open hat dieser Erfolg unmittelbare Folgen. Mit Rybakinas Ausscheiden ist die obere Hälfte des Tableaus deutlich offener geworden. Charaeva trifft nun auf Sonay Kartal, die nach einer Verletzung mit Protected Ranking spielt. Die Siegerin bekommt es anschließend mit Wildcard Qinwen Zheng oder der an Nummer 18 gesetzten Marie Bouzkova zu tun.
Rybakinas körperliche Situation bleibt ebenfalls Teil des Gesamtbildes. Ende September hatte sie wegen einer anhaltenden Achillessehnenverletzung die Billie Jean King Cup Finals verpasst. Im ersten Satz gegen Charaeva schien sie damit allerdings gut zurechtzukommen. Weitergehende Schlüsse über den Einfluss der Verletzung auf die Niederlage lassen sich aus dem Match nicht ziehen.
Sabalenka bekommt neue Möglichkeiten im Rennen um Platz eins
Auch für Aryna Sabalenka verändert das frühe Aus ihrer Konkurrentin die Ausgangslage. Die Weltranglistenzweite erreichte nach einem klaren Sieg über Renata Zarazua die dritte Runde und trifft dort auf Nikola Bartunkova.
In der offiziellen Weltrangliste beträgt Sabalenkas Rückstand auf Rybakina 2.211 Punkte. Im WTA Race liegt sie dagegen nur 952 Zähler zurück. Ein Titel in Peking würde Sabalenka im Race auf 7.485 Punkte bringen, während Rybakina bei 7.502 stünde.
Damit könnte sich der Kampf um die Jahresendposition bereits beim Wuhan Open vom 12. bis 18. Oktober weiter zuspitzen. Rybakinas Vorsprung in der regulären Weltrangliste bleibt dagegen deutlich größer. Zudem hat Sabalenka seit ihrem Triumph in Miami im März keinen Titel gewonnen.
Das Ergebnis von Peking beendet Rybakinas Turnier früh. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass sowohl der Weg durch die obere Tableauhälfte als auch das Rennen um die Nummer eins neue Spannung bekommen.
