Alexander Zverev hat sich bei den US Open sportlich durch zwei schwierige Auftaktrunden gearbeitet. Gegen Lorenzo Sonego und Quentin Halys benötigte der Deutsche jeweils fünf Sätze. Danach wurde sein Weg ruhiger, auch weil mehrere wichtige Rivalen früh ausschieden. Mit Alejandro Tabilo und Luciano Darderi traf Zverev bislang nur auf zwei gesetzte Spieler, von denen keiner aktuell zu den Top 20 der ATP-Rangliste gehört.
Abseits der Resultate rückt jedoch ein anderer Punkt in den Vordergrund: das Tempo zwischen den Aufschlägen. In seinen ersten fünf Matches prellte Zverev den Ball vor seiner Aufschlagbewegung insgesamt 12.040-mal. Diese Zahl macht ein Problem sichtbar, das über einen einzelnen Spieler hinausgeht.
Zverev wird zum Beispiel für eine Regel-Lücke
Die Shot Clock verpflichtet Spieler dazu, den ersten Aufschlag innerhalb von 25 Sekunden auszuführen. Zwischen einzelnen Aufschlagbewegungen greift diese Vorgabe jedoch nicht in gleicher Weise. Selbst nach einer Verwarnung wegen Überschreitung der Zeit beim ersten Aufschlag kann sich ein Spieler vor dem nächsten Aufschlag erneut viel Zeit nehmen.
Gerade bei langen Fünfsatzmatches und Begegnungen, die bis tief in die Nacht reichen, summieren sich solche Unterbrechungen. Eine Regel, die nur einen Teil der Zeit zwischen den Punkten kontrolliert, beschleunigt das Spiel deshalb nicht automatisch. Zverev ist in diesem Zusammenhang weniger ein Sonderfall als ein besonders auffälliges Beispiel für die bestehende Lücke.
Djokovic sah das Problem schon 2018
Novak Djokovic äußerte bereits bei der Einführung der Shot Clock Zweifel an ihrer Wirkung. „Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass es jetzt mehr Zeit gibt als vorher, weil die Shot Clock erst herunterzählt, sobald der Stuhlschiedsrichter den Spielstand ansagt“, erklärte der 24-malige Grand-Slam-Champion.
Er ergänzte: „Manchmal dauert es mehrere Sekunden, bevor der Stuhlschiedsrichter den Spielstand ansagt, wenn es ein langer Ballwechsel oder ein guter Punkt war und das Publikum mitmischt.“
Damit liegt der Kern der Debatte nicht allein bei Zverevs Routine. Entscheidend ist, ob die Regeln die gesamte Pause zwischen zwei Punkten sinnvoll erfassen. Eine zusätzliche Zeitvorgabe zwischen erstem und folgendem Aufschlag würde genau die Lücke adressieren, die derzeit längere Verzögerungen ermöglicht.
