Alexander Zverev hat bei den US Open einen Meilenstein erreicht, der seine Saison noch einmal in ein anderes Licht rückt. Der Deutsche steht 2026 bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens im Halbfinale und gehört damit zu nur neun Männern, denen das in der Open Era in einem Kalenderjahr gelungen ist.
Sein Jahr war bereits vor New York außergewöhnlich: Zverev gewann bei Roland Garros seinen ersten Grand-Slam-Titel und erreichte einen Monat später erstmals das Wimbledon-Finale. Bei den US Open rückte er nach dem Rückzug von Jannik Sinner als topgesetzter Spieler ins Feld.
Konstanz wird zum eigentlichen Maßstab
Der Weg ins Halbfinale verlief nicht ohne Probleme. Gegen Lorenzo Sonego und Quentin Halys musste Zverev jeweils über fünf Sätze gehen. Danach gewann er jedoch drei Matches in Folge ohne Satzverlust. Entscheidend ist deshalb weniger, dass er in New York erneut weit gekommen ist, sondern dass ihm das 2026 auf allen vier größten Bühnen gelungen ist.
In dieser Liste stehen Namen wie Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal, Rod Laver, Tony Roche, Ivan Lendl, Andy Murray und Jannik Sinner. Djokovic schaffte dieses Kunststück siebenmal, Federer fünfmal und Nadal zweimal.
Bemerkenswert ist auch der Vergleich mit Carlos Alcaraz. Trotz seiner sieben Grand-Slam-Titel hat der Spanier bislang noch keine Saison mit mindestens einem Halbfinale bei allen vier Majors abgeschlossen. 2025 fehlte ihm nur ein Sieg: Nach Titeln bei Roland Garros und den US Open sowie dem Wimbledon-Finale schied er bei den Australian Open im Viertelfinale aus.
Die nächste Chance auf einen zweiten Major-Titel
Zverev trifft im US-Open-Halbfinale auf Karen Khachanov. Die Zahlen sprechen für eine günstige Ausgangslage: Er führt im direkten Vergleich mit 6:3 und liegt in der Live-Weltrangliste 24 Plätze vor dem Russen.
Bei einem Sieg würde im Finale entweder Ben Shelton oder Frances Tiafoe warten. Gegen Shelton steht Zverev bei 5:0, gegen Tiafoe bei 9:1.
Damit verbindet sich seine bemerkenswerte Grand-Slam-Konstanz nun mit einer konkreten Chance auf einen zweiten Major-Titel innerhalb derselben Saison. Genau darin liegt die Bedeutung seines bisherigen US-Open-Laufs: Aus einer Serie tiefer Turnierläufe könnte ein Jahr mit zwei Grand-Slam-Siegen werden.
